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07.07.2008 
Insider-Barometer

Manager lassen Aktien liegen

von Andrea Cünnen

Das Vertrauen deutscher Top-Manager in die Aktienmärkte hat sich abgeschwächt. In den vergangenen beiden Wochen kauften sie erneut weniger Aktien ihrer eigenen Firmen, auch weil sich die Top-Manager in der Vergangenheit stark mit günstigen Aktien eingedeckt haben. Das Insider-Barometer.

FRANKFURT. "Bei den Insidern überwiegen zwar unter dem Strich immer noch die Käufe, insgesamt sind die Manager aber nicht mehr ganz so optimistisch", sagt Christian Rouette vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Technischen Hochschule Aachen.

Entsprechend fiel das Insider-Barometer, welches das Fifam und Commerzbank Private Banking alle zwei Wochen exklusiv für das Handelsblatt errechnen, zuletzt auf knapp 170 Punkte. So niedrig lag es zuletzt am 23. Januar. Damals waren die Aktienmärkte stark eingebrochen und hatten die Top-Manager günstige Kaufgelegenheiten wittern lassen. Die Käufe führten das Insider-Barometer bis auf sein Allzeithoch von knapp 205 Punkten Mitte April.

Der jüngsten Schwächeanfall der Aktienmärkte - der Deutsche Aktienindex (Dax) etwa notiert nur noch rund 100 Zähler über seinem Jahrestief von 6 168 Punkten - lockte die Manager dagegen nicht mehr so stark zu Käufen der eigenen Titel. "Die allgemeine Unsicherheit nimmt zu, und die konjunkturellen Indikatoren sind jetzt deutlich schlechter als zu Beginn des Jahres", erläutert Rouette. So fiel zum Beispiel vor knapp zwei Wochen der Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2005.

Insider-Barometer

Dass die Manager nicht mehr so stark zugreifen liegt laut Rouette aber auch daran, dass sich die Top-Manager schon stark mit Aktien zu günstigen Kursen eingedeckt haben. Von daher habe sich der "Kaufstau" aufgelöst. Mit einem Wert von deutlich über 110 Punkten signalisiert das Insider-Barometer aber noch ein Kaufsignal.

Mit einem Kauf über 5,6 Mill. Euro deckte sich in den vergangenen beiden Wochen am stärksten Heinz Dürr, Aufsichtsrat beim Anlagenbauer Dürr, mit Aktien des eigenen Unternehmens ein. Über eine Kapitalerhöhung von insgesamt 44 Mill. Euro hat das im SDax notierte Unternehmen zuletzt seine schwachen Bonitätskennziffern zumindest etwas gestärkt. Die Ratingagentur Standard & Poor?s honorierte dies und prüft eine Heraufstufung der Bonitätsnote "B". Moody?s hat für das ähnliche "B2"-Rating zumindest einen positiven Ausblick gegeben.

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