0 Bewertungen
10.03.2008 
Insider-Barometer

Ruhe nach dem Sturm

von Jörg Hackhausen

Der Kaufrausch scheint vorerst vorüber. Nachdem sich die deutschen Top-Manager zuletzt massenhaft mit Aktien der eigenen Unternehmen eingedeckt hatten, ließen sie es in der vergangenen Woche etwas ruhiger angehen. Nur einer wollte nicht locker lassen: RWE-Chef Jürgen Großmann kauft und kauft.

DÜSSELDORF. Nach ihrem Kaufrausch der vergangenen Wochen, haben Deutschlands Top-Manager diesmal eine Pause eingelegt. „Es sieht so aus, als ob die Insider, die kaufen wollten, dies bei den ermäßigten Kursen bereits getan haben“, sagt Olaf Stotz vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen. Zuletzt habe es nur sehr wenige Transaktionen gegeben. Das Volumen dieser Geschäfte war seit einem Jahr nicht mehr so niedrig wie in den vergangenen zwei Wochen.

Zugleich liegt das Insider-Barometer, das Fifam und Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnen, nur hauchdünn unter dem Rekordhoch bei knapp 190 Punkten. Dies zeigt, dass Top-Manager die Kursentwicklung ihres Unternehmens nach wie vor sehr optimistisch einschätzen.


Tabelle  Infografik: Das Insider-Barometer


Eine Ausnahme stellt offenbar das Solar-Unternehmens Solon dar. Der Solon-Aufsichtsrat Alexander Voigt hat erneut ein großes Aktienpaket verkauft. Nachdem er im Januar bereits Aktien für knapp 20 Millionen Euro verkauft hatte, trennte er sich nun von Solon-Aktien im Wert von knapp drei Millionen Euro. Der Preis je Aktie lag bei 52,38 Euro – deutlich unter dem Höchststand im November 2007. Damals notierte Solon noch bei 92,15 Euro, doch seitdem ist der Aktienkurs stetig gefallen. Dass Voigt ausgerechnet in dieser Situation einen Teil seiner Aktien verkauft, spricht nicht für sein Vertrauen in das Unternehmen.

Auch die Analysten bleiben eher skeptisch. Goldman Sachs stufte die Solon-Aktie von "Neutral" auf "Sell" herunter und senkte das Kursziel von 46 auf 38 Euro. Zur Begründung verwies Goldman-Analyst Mariano Alarco darauf, dass sich die Nachfrage nach Solarmodulen im Falle eines weltweit rückläufigen Wirtschaftswachstums abschwächen dürfte.

Etwas optimistischer klingt die Einschätzung von Sal. Oppenheim. Zwar senkten die Analysten ihre Prognose für Solon von 82 auf 79 Euro, bestätigte die Aktie aber zugleich mit "Buy". Der Solaranlagenbauer dürfte einer der „Gewinner in einem möglicherweise sich ändernden Marktumfeld sein“, sagt Analyst Gregor Kirstein.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Warum RWE-Chef Großmann nicht locker lässt

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Breakingviews

Ford braucht mehr Eigenkapital  Artikel in Merkliste

06.07.2009 von Antony Currie (breakingviews.com)

Der Autobauer Ford ist um einen staatsfinanzierten Konkurs herumgekommen und gewinnt wieder Marktanteile. Aber seine Schuldenlast ist nach wie vor erdrückend, anders als bei General Motors, wo nach schnellen Konkursverkäufen inzwischen deutlich weniger Schulden zu Buche stehen. Eine Kapitalerhöhung würde zwar das Ergebnis pro Aktie verwässern, könnte Ford aber helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Kommentar

Gastbeiträge

Die Konstruktionsfehler des Bad-Bank-Gesetzes  Artikel in Merkliste

06.07.2009 von Jan-Pieter Krahnen (Universität Frankfurt)

Dass die soeben beschlossenen Auffanggesellschaften für Landesbanken und einige Privatbanken (Bad Banks) ein erhebliches Risiko für den Staatshaushalt darstellen, ist bereits bekannt. Dass Bad Banks aber auch ein erhebliches Risiko für die wirtschaftliche Erholung und die weiteren Wachstumsaussichten unserer Volkswirtschaft darstellen, ist weithin übersehen worden. Kommentar

HANDELSBLATT ANALYSTENCHECK

NAME EINSTUFUNG  DIFFERENZ
THYSSENKRUPP AG  buy +45.37%
BERTRANDT AG  buy +43.68%
RHEINMETALL AG  buy +30.98%
GEA GROUP AG  buy +27.45%
ADLINK INTERNET AG  neutral k.A.
MICROSOFT CORP  buy +20.69%
DEUTSCHE TELEKOM AG  neutral k.A.
MAN AG  sell k.A.
SEAGATE TECHNOLOGY  buy +33.41%
FUCHS PETROLUB AG  buy k.A.
Anzeige