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07.07.2008 
Investmentidee des Tages

BASF-Aktie macht sich hübsch

von Kora-Cora Krause

Der Chemiekonzern BASF umschmeichelt seine Anteilseigner: 3,90 Euro bekamen diese für 2007 je Aktie als Dividende ausgezahlt, für das laufende Jahr rechnet BASF mit vier Euro. Zudem kauft BASF seit Jahren kräftig eigene Aktien auf – seit 1999 für rund neun Mrd. Euro. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

HB FRANKFURT. Mitte Juni beschloss der Vorstand nun ein neues Rückkaufprogramm für drei Mrd. Euro bis 2010. Hiervon profitieren die Aktionäre wie von einer indirekten Dividende, da der Aktienwert bei künstlicher Verknappung steigt. Gezielter Aktienrückkauf kann auch Kursschwankungen stabilisierend entgegenwirkten. "Die BASF hat gut gefüllte Kassen und eine ordentliche Bonität", kommentiert DZ Bank Analyst Peter Spengler die Kapitalherabsetzung.

Um die Aktie für Kleinanleger attraktiver zu machen, führte BASF Ende Juni ein Aktiensplitting durch. Jeder Aktionär hat nun genau die doppelte Aktienanzahl zum halbierten Wert in seinem Depot. Der neue, niedrigere Preis suggeriert mehr Steigungspotenzial. "Ein psychologischer Aspekt", betont Lars Hettche vom Bankhaus Metzler, der auf Analysteneinschätzungen kaum eine Auswirkung habe.

Und was denken die Analysten? Sie sehen die BASF-Aktie als solides Basisinvestment. Trotz des negativen Marktumfelds des vergangenen Monats zeigt sich der Wert im Vergleich zum deutschen Aktienindex (Dax) relativ stabil, legt in den vergangenen Tagen gar einige Prozentpunkt auf aktuell 44 Euro zu. JP Morgen ist optimistisch und glaubt an einen Kurs von 61 Euro. Citigroup-Analystin Sophie Jourdier hält die Aktie auch leicht unterbewertet. Steigende Rohstoffpreise und der schwache US-Dollar ließen aber laut Jourdier nur eine eingeschränkte Gewinnvorhersage von 49 Euro zu. Insgesamt empfahlen in den letzten zwei Monaten knapp drei Viertel aller Analysten den Wert zum Kauf. Ein Viertel riet die Aktie zu "halten".

BASF ist nach Umsatz und Marktkapitalisierung der weltweit größte Chemiekonzern mit über 95 000 Mitarbeitern in 170 Ländern. Mit klassischer Chemie erwirtschaftet das Unternehmen aber nur noch ein Fünftel seines Umsatzes. Weitere Geschäftsfelder sind die Produktion von Kunststoffen, Veredelungsstoffen, Pflanzenschutzmitteln, Katalysatoren sowie Öl und Gas. Das breit aufgestellte Unternehmen macht sich somit unabhängig von einzelnen Konjunkturzyklen, die besonders die Chemiesparten beeinflussen. Ein wichtiger Pluspunkt: "Denn der Chemiezyklus neigt sich seinem Ende", betont Spengler.

Großer Wettbewerbsvorteil vor DuPont oder Dow Chemical ist die eigene Öl- und Gasfördersparte. Das lukrative Geschäft macht mittlerweile fast die Hälfte des operativen Gewinns aus und sichert somit Verluste aus den zyklischen Sparten ab. Ende der 90er Jahre investierte BASF in libysche Ölfelder und seit einigen Jahren auch in russische Erdgasgebiete. Allein die Beteiligung Yushno Russkoje schätzt JP Morgan mittlerweile auf 6,3 Mrd. Euro nach dem auch E.ON an selbigen Erdgasfeld Interesse bekundete. "Das Explorationsgeschäft der BASF ist aber regional begrenzt und wird ab 2015 nicht mehr so hohe Renditen erwirtschaften", mahnt Spengler kritisch.

Die hohen Rohstoffpreise haben auch eine Kehrseite: Rohbenzin und Gas gehören zu den wichtigsten Basisgrundstoffe der BASF. Nachgelagerte Geschäftssparten, etwa die Petrochemie, leiden unter den hohen Preisen. Zwar plant BASF-Vorstand Jürgen Hambrecht bei einigen Produkten Preisanhebungen. Ob diese im Fall einer Konjunkturabschwächung durchsetzbar sind, bleibt fraglich. Analyst Spengler sieht im Chemiesektor ab 2009 nur noch wenig Luft für Preiserhöhungen. Größtes Risiko des Konzerns bleibt eine globale Rezession. Trotz großer Diversifikation kann sich der weltgrößte Chemiekonzern nicht den Konjunkturzyklen entziehen.

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