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03.07.2008 
Investmentidee des Tages

Riskante Wette auf die Zukunft

von Jörg Hackhausen und Christian Panster

Die Aktie von Escada hat in den vergangenen Monaten kräftig gelitten. Zwei Gewinnwarnungen haben das Vertrauen der Anleger und die Gunst der Analysten zerstört. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem neuen Chef – nicht ganz zu Unrecht. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

HB FRANKFURT Bruno Sälzer hat keinen leichten Job. Seit Dienstag ist der 50-Jährige Chef bei Escada. Sälzer soll den Aschheimer Modekonzern wieder in die Gewinnzone führen - und die Aktionäre ruhig stellen. Denn zuletzt liefen Geschäft und Aktien gleichermaßen mies. Um rund 60 Prozent ist der Kurs der Modeaktie in den vergangenen zwölf Monaten gefallen. Gestern notierten die im SDax gelisteten Papiere knapp im Minus bei gut 13 Euro, weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 37,21 Euro.

Gleich zweimal hatte Sälzer-Vorgänger Jean-Marc Loubier die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert - die neuen Kollektionen waren in den Regalen liegen geblieben. Das Vertrauen der Anleger ist erschüttert, Loubier musste nach nur gut einem Jahr seinen Schreibtisch räumen. Die Analysten sind vergrätzt: vier von sechs Experten, die in den vergangenen Wochen eine Einschätzung zu der Aktie abgegeben haben, raten laut Finanznachrichtendienst Bloomberg zum Verkauf; einer sagt "halten", und nur ein Analyst empfiehlt, sich die Aktien des Modekonzerns ins Depot zu legen. Die Berenberg Bank etwa hat in ihrer jüngsten Studie das Kursziel für Escada radikal auf fünf Euro gekürzt. Ein Ladenhüter zum Ramschpreis.

Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 37 für das Geschäftsjahr 2009/10 ist das Escada-Papier deutlich teurer bewertet als andere Modeunternehmen. "Gegenwärtig überwiegen bei uns deutlich die Risiken bei einem Investment in die Aktie," sagt Christoph Schlienkamp, Analyst beim Bankhaus Lampe.

Die Hoffnungen ruhen nun auf Sälzer. Bei Hugo Boss hat er bewiesen, dass er einen angestaubten Modekonzern wieder auf Vordermann bringen kann, ehe er sich mit Hauptaktionär Permira überwarf und gehen musste. Sechs Jahre war Sälzer dort der Boss, baute das Geschäft mit Accessoires kräftig aus und Hugo Boss zur Lifestyle-Marke um. Mit Erfolg. Die einst biedere Manager-Kluft ist wieder angesagt, Sälzers Strategie ging auf. Das allein nährt die Hoffnung der Escada-Anleger. Mit Sälzer kommt Werner Lackas, der bei Hugo Boss Vorstand für Produktion und Logistik war, nach Aschheim. Lackas hatte bei dem größten deutschen Modekonzern ein effizientes IT-System eingeführt.

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