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06.06.2008 
Investment-Idee

Roth & Rau profitiert von TecDax-Aufstieg

Der Solaranlagenbauer Roth & Rau hat seine steile Börsenkarriere mit dem Aufstieg in die Börsenliga der 30 größten Technologiewerte Deutschlands, den TecDax, gekrönt. Durch die wichtige Indexaufnahme rückt der Titel jetzt ins Blickfeld vieler Investoren. Die tägliche Investment-Idee auf Handelsblatt.com.

FRANKFURT. Vor gut zwei Jahren erst startete der Wert mit einem Zuteilungspreis von 36 Euro im untersten Börsensegment, dem Entry Standard. Erst im April diesen Jahres stieg Roth & Rau in das nächsthöhere Segment, den General Standard, auf. Jetzt der TecDax-Aufstieg.

Die Analysten sind sich einig: Jeder, der in den letzten Monaten ein Urteil über Roth & Rau abgab, riet zum Kauf. Und aktuell sei Roth & Rau noch günstig bewertet, sagt Harald Rehmet von der LBBW. Er erwartet einen Kursanstieg von aktuell 175 Euro auf 205 Euro. Ende 2007 hatte die Aktie nach einem starken Zuwachs kurzzeitig sogar die Marke von 250 Euro erreicht. Danach folgte ein branchenbedingter Absturz Solartitel. Eine Kapitalerhöhung von 100 Mill. Euro belastete die Aktie zusätzlich, bis der Kurs im April nur noch bei 120 Euro stand.

Das 1990 in Chemnitz gegründete Unternehmen entwickelt und fertigt Anlagen für die Solarindustrie. Somit produziert Roth & Rau nicht etwa selbst Solarzellen, liefert aber Anlagen für prominente Solarriesen wie Q-Cells oder Suntech Power, und zwar Solarzellen-Fertigungsparks. Marktführend ist Roth & Rau in der Antireflexbeschichtung von Solarzellen, welche diese um etwa 20 Prozent leistungsfähiger machen. Ein weiter Schwerpunkt liegt in der Anlagenfertigung für Dünnschichtsolarmodule, einem Zukunftsmarkt, da diese Zellen ganz ohne das knappe Silizium hergestellt werden können.

Obwohl Roth & Rau somit nur ein Zuliefer der Solarindustrie ist, sieht sich das Unternehmen vom größten Branchenproblem betroffen: Der Abhängigkeit von der Förderungspolitik. Denn ohne Subventionen ist Solarstrom bisher nicht konkurrenzfähig. So beeinflusste die Abwendung einer massiven Subventionskürzung vor gut einer Woche den Kurs des Solarzulieferes merklich positiv. Zwar werden mittlerweile die meisten Anlagen in Asien gebaut, zuletzt trug Fernost über 60 Prozent zum Umsatz bei. Deutschland bleibt aber ein Hauptabsatzmarkt für die fertigen Zellen. Um sich von der Subventionspolitik zu lösen und um bald konkurrenzfähig günstigen Strom zu produzieren, investierten die großen Solarfirmen in neue, besonders kosteneffiziente Fertigungsanlagen, sagt Commerzbank-Experte Robert Schramm.

Diese bietet Roth & Rau, denn um die Solarzellen effizienter zu machen, investiert Roth & Rau in zahlreiche Forschungsprojekte. Die Silizium-Solarzellenforschung sei entscheidend, um die Konkurrenzfähigkeit zwischen Solar- und konventionellen Strom zu erreichen, sagte Unternehmenschef Dietmar Roth kürzlich. So schlossen die Sachsen vor zwei Wochen einen Forschungsvertrag über 14 Mill. Euro mit der Schweizer Universität Neuchatel.

Somit ist Roth & Rau ist optimistisch: Insgesamt sollen 2008 mindestens 235 Mill. Euro eingenommen werden, 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Bis 2010 möchte Roth & Rau sogar 500 Mill. Euro Umsatz erzielen. Bisher konzentriert sich das Geschäft sehr auf Einzelbereiche in der Solarzellenherstellung. Um die ambitionierten Umsatzziele zu erreichen, ist der Solarzulieferer auf weitere Zukäufe angewiesen. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, müssten auf diesem Wege neue Technologien erschlossen und eine breite Produktpalette geschaffen werden, sagt LBBW-Fachmann Rehmet. Die Integration übernommener Unternehmen berge aber auch Gefahren, sagt Frank Neumann vom Bankhaus Lampe.


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