Wirtschaftswissenschaften: Das Motiv des Lonely Rider

Wirtschaftswissenschaften
Das Motiv des Lonely Rider

Schon lange rätseln Forscher über die Frage, warum Menschen zu Unternehmern werden. Drei Ökonomen haben nun das gefunden, was für den Wechsel in die Selbständigkeit entscheidend ist: die Alternativen.
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Jede Volkswirtschaft braucht sie: Mutige Menschen, die sich selbstständig machen und mit Kreativität und Geschäftssinn für Wachstum und Arbeitsplätze sorgen. Ohne wagemutige Unternehmer kein wirtschaftlicher Wohlstand, wissen Ökonomen seit langem.

Doch was genau ist ausschlaggebend dafür, dass sich ein Mensch in die Selbstständigkeit stürzt und auf bezahlten Urlaub, geregelte Arbeitszeiten und betriebliche Altersvorsorge verzichtet?

Ökonomen versuchen diese Frage seit Jahrzehnten zu beantworten. Doch ein vollständiges Bild hat sich bislang nicht ergeben. Besonders schwer haben sich Forscher bislang damit getan, die Bedeutung von finanziellen Anreizen zu entschlüsseln. Wirtschaftswissenschaftler vermuteten bislang, dass die Hoffnung, als Unternehmer reich zu werden, eine wichtige Triebfeder ist. Mit empirischen Belegen dafür taten sie sich aber schwer.

Möglicherweise haben die Forscher bislang einfach an der falschen Stelle gesucht – diese These stellt jetzt ein niederländisches Forschertrio in einer neuen empirischen Studie auf. Sie kommen zu dem Schluss: Der Schritt in die Selbstständigkeit sei vor allem eine Frage der Alternativen. Nicht die Verdienstaussichten als Unternehmer seien in erster Linie entscheidend – weit wichtiger sei, wie gut die Aussichten auf eine sichere, ordentlich bezahlte Festanstellung ist.

Volkswirte sprechen dabei von den sogenannten Opportunitätskosten. „Diese haben einen signifikanten Effekt“, lautet das Fazit der Autoren. Je attraktiver die Karrieremöglichkeiten für abhängig Beschäftigte sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Menschen es auf eigene Faust versuchen.

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