10 bis 12 Euro Preisspanne
Eutex will IPO-Umfeld trotzen

Ungeachtet der Probleme anderer Börsenaspiranten bei der Preisfindung rechnet der Telefonminuten-Händler Eutex mit einem Erlös vom knapp zehn Millionen Euro bei seinem anstehenden Börsengang Anfang Dezember. Ein Teil der Gelder soll für die Expansion ins Ausland verwendet werden.

HB FRANKFURT. Insgesamt würden bis zu 787 680 Aktien in einer Preisspanne von zehn bis zwölf Euro zur Zeichnung angeboten, teilte der Börsenaspirant am Donnerstag in Frankfurt mit. Mit einem Emissionserlös von maximal 9,4 Mill. Euro zählt Eutex zu den kleinsten Börsengängen in diesem Jahr. Interessenten könnten die Papiere von Freitag bis Dienstag ordern. Die Erstnotiz im neuen Wachstumssegment Entry Standard der Frankfurter Börse ist den Angaben zufolge für den 1. Dezember geplant. Konsortialführer des Börsengangs ist die CCB Bank. Die Emission wird zudem von Close Brothers Seydler begleitet.

Über eine Kapitalerhöhung von 605 680 Aktien rechnet Eutex-Chef Dirk Reupke mit einem Mittelzufluss von bis zu 7,3 Mill. Euro. Mit den Geldern will er vor allem die Expansion nach Asien, Osteuropa und in den Mittleren Osten vorantreiben. Die 1999 gegründete Eutex (European Telco Exchange) mit Sitz in Erkrath bei Düsseldorf betreibt Handel von Telefonminuten und sieht sich dabei als einer der führenden unabhängigen Großhändler in Europa. Netzbetreiber können über eine Eutex-Handelsplattform Verbindungsminuten in Fest- und Mobilfunknetzen weltweit anbieten und einkaufen. Allerdings seien die Margen in diesem Geschäft in den vergangenen Jahren in Westeuropa deutlich unter Druck geraten und lägen nunmehr bei vier bis 4,5 Prozent, sagte Reupke. Daher wolle Eutex den Ausbau höhermargiger Geschäftsfelder wie Internettelefonie oder Dienstleistungen für den Mobilfunkmarkt forcieren.

Ab 2007 will der momentan defizitäre Großhändler für Telefonie-Dienste und Leitungskapazitäten schwarze Zahlen schreiben und 2009 ein „ordentlichen Ergebnis“ ausweisen, wie Finanzvorstand Stefan Klebor auf der IPO- Pressekonferenz sagte. In diesem Zeitraum sei geplant, die Marke von 10 Mill. Euro beim Nettogewinn zu knacken. Das deckt sich im Wesentlichen mit den Schätzungen von Independent Research und First Berlin.

Für die Analysten von Independent Research wären Eutex-Aktien mit 14,32 Euro fair bewertet. Bei einem Umsatz von 76,3 Mill. Euro prognostizierten sie für die 40 Mitarbeiter zählende Gesellschaft in diesem Jahr einen Nettoverlust von 5,3 Mill. Euro. Zwar sehen sie im Kerngeschäft - dem Handel von Telefonminuten - in Westeuropa und Nordamerika noch Potenzial, halten aber einen weiteren Rückgang der Margen für möglich. Für 2007 erwarten die Analysten bei einem Umsatz von 255 Mill. Euro einen Nettogewinn von 2,6 Mill. Euro.

Die Anleger sehen Eutex offenbar ähnlich wie Independent Research als risiko- , aber auch chancenreiches Investment: „Ich bin mit der Road-Show sehr zufrieden“, fasste Reupke die Präsentationen der vergangenen Wochen zusammen. Er rechne damit, die Emission in der aktuellen Zeichungsspanne problemlos zu plazieren.

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