144 Unternehmen an die Börse
Immobilienfirmen heizen IPO-Boom in Japan an

2006 schickt sich an, ein Boomjahr für Börsengänge in Japan zu werden. Bereits das Emissionsvolumen in den ersten neun Monaten war rund doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Angetrieben wird der Aufschwung vor allem von Immobilienfirmen und -fonds, die auf das Parkett drängen.

TOKIO. Erst am gestrigen Dienstag nahm der Immobilienentwickler Nomura Real Estate beim bisher größten Börsengang des laufenden Jahres 957 Mill. Euro (143,5 Mrd Yen) ein. Insgesamt brachten es 144 Börsengänge in den ersten drei Quartalen laut Thomson Financial auf umgerechnet 7,85 Mrd. Euro (1 178 Mrd. Yen) Emissionsvolumen. Das sind 88 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, als sich 119 Unternehmen notieren ließen. Rund die Hälfte des Emissionsvolumens in diesem Jahr stammt von Firmen oder Treuhandfonds aus dem Immobiliensektor. Darin ist der Börsengang von Nomura Real Estate am Dienstag bereits enthalten, weil die Details schon im September verkündet wurden.

Die Immobilienfirmen profitieren dabei vor allem von den allmählich wieder steigenden Immobilienpreisen. Zudem lassen sich immer mehr Immobilientreuhandfonds, so genannte Reits, die seit 2001 in Japan erlaubt sind, an der Börse notieren. Die Börsengänge der Immobilientreuhandfonds Nippon Commercial Investment, MID Reit oder Top Reit etwa gehören zu den fünf größten in diesem Jahr. Neben den Immobilienfonds zählten in den ersten drei Quartalen Einzelhändler wie die Elektronikkette Bic Camera und die Sportartikelkette Alpen zu den größeren IPOs.

Anders als in Deutschland ist der Strom neuer Börsenaspiranten in Japan auch nach dem Platzen der Immobilienblase Anfang der neunziger Jahre und der IT-Spekulationsblase später nie ganz versiegt. Viele kleine Firmen lassen sich Investmentbankern zufolge allein schon wegen des Prestiges an den drei größeren Wachstumsbörsen des Landes notieren.

Auch für die kommenden Monate ist die Pipeline daher gefüllt. Am 24. Oktober wird die Aktie der Ölfirma Idemitsu Kosan erstmals gehandelt. Anfang November bringt Goldman Sachs seine Tochter Accordia Golf, einen Betreiber von Golfplätzen, an die Börse.

Ein ermutigendes Zeichen für diese dürfte sein, dass nach einigen jüngst eher mäßig verlaufenen Börsenstarts die Aktie von Nomura Real Estate am Dienstag deutlich zulegte. Die ehemalige Tochter des Wertpapierhauses Nomura Securities verbuchte am ersten Handelstag einen Kursgewinn von 18 Prozent.

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