3,8-fach überzeichnet
Aer Lingus geht mit niedrigem Preis an die Börse

Die staatliche irische Billigfluggesellschaft Aer Lingus hat am Mittwoch für ihren bevorstehenden Börsengang einen Aktienpreis am unteren Ende der angebotenen Spanne festgesetzt.

HB DUBLIN. Der Marktwert des Unternehmens beläuft sich auf Basis des Preises von 2,20 Euro je Papier damit auf 1,13 Mrd. Euro. Knapp 75 Prozent der Anteile sollen künftig überwiegend von institutionellen Investoren gehalten werden. Die zuvor von Aer Lingus und den am Börsengang beteiligten Banken festgelegte Angebotsspanne lag zwischen 2,10 und 2,70 Euro. Das Börsendebüt in London und Dublin ist für den 2. Oktober vorgesehen. Pro Bestellung musste für mindestens 10 000 Euro gezeichnet werden. Die angebotenen Aktien waren 3,8-fach überzeichnet.

An der Londoner Börse ist Aer Lingus damit die erste neue Fluggesellschaft nach der britischen Easyjet vor sechs Jahren. In Deutschland hatte sich im Frühsommer bereits die Billigfluggesellschaft Air Berlin über einen Börsengang frisches Kapital besorgt, allerdings nach einer Herabsetzung des Ausgabepreises weniger als erhofft. Die Luftfahrtbranche gilt bei Investoren wegen starken Wettbewerbs und der hohen Treibstoffkosten als schwierig.

Aer Lingus hat sich in den vergangenen Jahren unter staatlicher Führung zu einem Billiganbieter entwickelt. Die Einnahmen aus dem politisch umstrittenen Börsengang sollen in einen 2 Mrd. Euro teuren Ausbau der Flugzeugflotte investiert werden. Dadurch will das Unternehmen vor allem sein Langstreckenangebot verbessern.

Der Staat wird einen Anteil von 34,8 Prozent behalten. Sollten alle Mehrzuteilungsoptionen voll ausgeschöpft werden, verringert sich der Staatsanteil auf 28 Prozent. Die Regierung will mit 25,1 Prozent dem Staat ein Einspruchsrecht bei wichtigen Firmenentscheidungen sichern. Die Treuhandgesellschaft der Arbeitnehmer kommt auf 9,9 Prozent des Kapitals und besitzt eine Option auf weitere rund 2,8 Prozent. Mitarbeiter und ausgeschiedene Angestellte zeichneten 2,2 Prozent. An institutionelle Investoren gehen 40,3 Prozent.

Analysten hatten einen Preis am unteren Ende der Spanne erwartet. Neben neuerlicher Terrorbedrohungen der Fluggesellschaften führten sie auch die Serie schwieriger Börsengänge der Branche ins Feld. Darüber hinaus führten sie den beispiellosen Expansionsplan an, der künftig die Ergebnisse belasten werde. Immerhin ein Händler in Dublin bescheinigte der Fluglinie gute Gründe für ihren Expansionsplan.

Fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September sehen Analysten bei der irischen Gesellschaft positivere Vorzeichen im Vergleich mit Wettbewerbern: Aer Lingus sei vom Rande der Insolvenz zur Profitabilität zurückgekehrt.

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