420 Millionen Euro
Heideldruck gelingt Kapitalerhöhung

Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen hat auf dem Weg zur finanziellen Gesundung eine Zwischenetappe geschafft. Das Unternehmen brachte neue Aktien im Wert von 420 Millionen Euro am Markt unter. Für die Altaktionäre war die Kapitalerhöhung schmerzlich.
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HB HEIDELBERG. Der hochverschuldete Maschinenbauer Heidelberger Druck hat wie angepeilt rund 420 Millionen Euro am Kapitalmarkt eingesammelt. Das Unternehmen brachte rund 155 Millionen neue Aktien bei Anlegern unter, wie Heideldruck am Dienstag mitteilte. Der Großaktionär Allianz zog wie angekündigt bei der Kapitalerhöhung mit und hält somit weiter gut 13 Prozent an dem Konzern aus Baden-Württemberger. Der Energiekonzern RWE ließ seinen Anteil hingegen auf gut vier Prozent verwässern.

Heideldruck steckt den Emissionserlöse in die Tilgung seiner Schulden und will so seine wackelige Eigenkapitalbasis stabilisieren. "Die Kapitalerhöhung ist ein wichtiger Meilenstein zur Neuordnung der Finanzstruktur", sagte Finanzvorstand Dirk Kaliebe. Zusammen mit dem eingeschlagenen Sparkurs und einer wachsenden Auftragsbasis könne sein Haus nun "schnellstmöglich in die Gewinnzone" zurückgeführt werden, zeigte er sich zuversichtlich.

Das Unternehmen hatte die neuen Papiere mit einem großen Abschlag auf den Markt geworfen, in der Folge geriet der Aktienkurs unter Druck. Seit Mitte Juni ist das Papier von 5,50 auf 3,50 Euro zurückgefallen.

Der Heidelberger Traditionskonzern stellt Maschinen für den Druck von Katalogen, Verpackungen, Büchern und Geschäftspost her und rutschte im Zuge der Wirtschaftskrise tief in die roten Zahlen. Im Frühjahr vergangenen Jahres bewahrten nur Staatsbeihilfen den Konzern vor dem Aus, für die angeschwollene Verschuldung müssen die Heidelberger seitdem hohe Zinskosten berappen.

Mittlerweile hat der mit Manroland und Koenig & Bauer sowie Ryobi und Komori aus Japan konkurrierende Maschinenbauer die Talsohle aber hinter sich gelassen. Die zumeist mittelständischen Druckereien bestellen wieder neue Maschinen bei Heidelberg.

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