8 100 Punkte bis Ende des Jahres
Analysten passen Dax-Prognosen nach oben an

Nach dem rasanten Anstieg im Dax haben Experten ihre Prognosen für den deutschen Leitindex deutlich erhöht. Für das Jahresende sagen 18 von Reuters befragte Aktienstrategen nun im Schnitt einen Stand von 8100 Zählern voraus.

HB FRANKFURT. Das sind zwar 900 Punkte mehr als sie noch im März prognostiziert hatten und 1 200 mehr als Ende vergangenen Jahres erwartet. Doch bedeutet das auch, dass dem Dax im zweiten Halbjahr die Puste ausgehen dürfte. Die Marke von 8 100 Punkten hatte der Index schon vor gut einer Woche geknackt und sich bis auf fünf Punkte an seinen Rekordstand von Punkten vom März 2000 herangetastet. Am Dienstag notierte der Dax um 7 860 Zähler.

Für viele Aktienexperten ist die jüngste Hausse durch solide steigende Unternehmensgewinne untermauert, die Aktien seien fair bewertet. „Die Konjunktur läuft, die Unternehmensgewinne steigen. Insgesamt ist der Boden ganz gut bereitet für weitere Kursgewinne“, sagt Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Vor allem asiatische Industrieländer wie China und Indien treiben den Experten zufolge die Weltwirtschaft - und damit auch die internationalen Aktienkurse - an.

Dennoch nehmen die skeptischen Töne zu. „Wir haben so viele Feuerwerke abgebrannt, dass man sich fragen kann, was kurzfristig noch als Stimulus wirken soll“, sagt LBBW-Aktienstratege Steffen Neumann. „Wenn man den Dax-Chart anschaut, bekommt man Angst, es fühlt sich irgendwie nicht nach Party an“, sagt Steffen Fuchs, der bei der Deutschen Bank das Aktiengeschäft für den Heimatmarkt leitet. „Keiner weiß so richtig, wohin die Reise geht.“

Die größte Gefahr für die Aktienmärkte - neben politischen Unsicherheiten in der Golfregion oder in Russland - sehen die Experten in der Geldpolitik. „Wenn sich zum Beispiel China entschließen sollte, unerwartet massiv auf die Bremse zu treten, könnte das schon ein ordentliches Störfeuer geben“, sagt Aktienstratege Steffen Neumann von der LBBW.

Angesichts des jüngsten Renditeanstiegs dürften Anleihen nach Einschätzung der Experten wieder verstärkt in den Fokus der Investoren rücken. Das könnte dazu führen, dass Kapital aus der relativ riskanten Anlageform Aktien in die als vergleichsweise sicher geltenden Renten umgeschichtet wird.

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