Ab 2006 zweistellige Zuwächse erwartet
Analysten schätzen Elmos

DÜSSELDORF. Fast scheint es, als sei die Aktie des Dortmunder Chipherstellers Elmos Semiconductor in einen tiefen Schlaf gesunken. Seit Anfang 2004 bewegt sich der Kurs müde zwischen zwölf und 14 Euro. Allein Übernahmegerüchte im März dieses Jahres führten zu einer kurzzeitigen Kurssteigerung. Marktteilnehmer hatten nach dem Tod von Vorstandschef und Anteilseigner Knut Hinrichs über die Zukunft des Unternehmens spekuliert. Dadurch stieg der Elmos-Kurs bis Anfang April um neun Prozent bis auf 15,20 Euro, um dann jedoch wieder in den alten Schlummerzustand zurück zu fallen. Anfang des Monats wäre das im TecDax notierte Unternehmen sogar beinahe aus dem Technologie-Index geflogen. Das alles erstaunt, da der Wert hoch in der Gunst vieler Analysten steht.

Elmos ist auf die Chipherstellung für die Automobilindustrie spezialisiert und erzielt rund 90 Prozent seines Umsatzes in diesem Segment. Das Halbleiterunternehmen produziert für fast alle europäischen Automobilhersteller.

Dem Markt für automobile Chips räumt Pia Hellbach, Fondsmanagerin bei Union Investment, großes Potenzial ein. Zum einen profitierten Unternehmen vom stetig wachsenden Elektronikanteil im Auto. „Das ist per se ein Wachstumsmarkt“, meint Hellbach. Zum anderen werde sich in Zukunft die Zahl der pro Auto eingesetzten Chips erhöhen. „Derzeit gibt es nur ein automobiles Netz pro Fahrzeug. Große Hersteller wie BMW planen jedoch die Unterteilung in bis zu fünf Subnetze, beispielsweise für Antrieb, Motorsteuerung oder Airbag-Systeme, um Fehlerquellen schneller finden zu können“, sagt Hellbach. Für jedes der Subnetze sei dann ein Chip erforderlich, allerdings werde damit auch der Preisdruck steigen.

Thomas Hofmann, Analyst der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), sieht den Vorteil von Elmos in seinen maßgeschneiderten Produkten im Rahmen fester Aufträge. Im Gegensatz zu unspezialisierten Chipherstellern könnten so Ergebnisse und Umsätze über mehrere Jahre hinweg eingeschätzt werden. Der LRP-Analyst empfiehlt die Aktie zum Kauf, bei einem Kursziel von 16 Euro, was einem potenziellen Plus von annähernd 20 Prozent entspricht. Allerdings hänge ein „kleines Damoklesschwert“ über der Aktie: Die Elmos Finanzholding (EFH) wolle ihren Anteil am Unternehmen weiter herunterschrauben. „Wenn es soweit ist, kann das den Aktienkurs drücken“, sagt Hofmann.

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