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ABN Amro startet Bewertung deutscher Banken - Sektor 'Underweight'

ABN Amro erwartet deutliche Erhöhungen bei den Margen im Zinsgeschäft der deutschen Banken und hat in einer Erstbewertung Commerzbank und Deutsche Bank auf "Buy" gesetzt.

dpa-afx LONDON. ABN Amro erwartet deutliche Erhöhungen bei den Margen im Zinsgeschäft der deutschen Banken und hat in einer Erstbewertung Commerzbank und Deutsche Bank auf "Buy" gesetzt. Die Postbank stuften die Experten in einer Branchenstudie am Mittwoch wegen der geringen Abhängigkeit vom Zinsgeschäft mit "Reduce" ein. Den gesamten Sektor beurteilten die Experten mit "Underweight". Anders als die meisten Analysten erwartet ABN Amro 2007 eine Ausweitung der Nettozinsmargen um 21 Basispunkte. Der Grund dafür sei eine Anstieg der Profitabilität im Kreditgeschäft, hieß es.

Das Kursziel der Commerzbank setzten die Experten der niederländischen Bank auf 27,50 Euro. Sie davon aus, dass diese Bank im Jahr 2006 ihr Ziel für ihre Eigenkapitalrendite (ROE) problemlos erreichen wird. Ein fortgesetzter Turnaround im Bereich Großunternehmen und Investmentbanking sowie in der Sparte Mittelstand, kombiniert mit wachsenden Margen im Zinsgeschäft sollten zu zweistelligen Wachstumsraten beim Gewinn führen, hieß es. Für das Jahr 2006 rechnen die Analysten mit einer Eigenkapitalrendite von 10,6 Prozent. In den Folgejahren wird weiteres Wachstum erwartet.

Die Deutsche Bank werde derzeit basierend auf der 2006er-Gewinnschätzung rund 17 Prozent geringer bewertet als ihre Konkurrenten, schrieben die Analysten weiter und setzten das Kursziel auf 90 Euro. Der Gewinn der Deutschen Bank werde bis 2006 getragen von einem guten Geschäft im Anleihebereich sowie den Effekten aus dem Konzernumbau und Stellenstreichungen bis auf 8,45 Euro je Aktie steigen. Damit liegt ABN Amro nach eigenen Angaben derzeit rund sieben Prozent über der Konsensprognose. 2004 hatte der verwässerte Gewinn je Aktie 4,53 Euro betragen.

Skeptisch zeigten sich die Experten mit Blick auf die Postbank-Aktie, deren Kursziel sie bei 39 Euro sehen. Bisher habe die Postbank den Druck auf die Margen durch hohe Wachstumsraten sowie durch die Nutzung von nicht realisierten Gewinnen aus Anleihegeschäften kompensiert. Aus diesen Gründen sollte die Bank ihr Ziel bei der Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 Prozent im Jahr 2006 erreichen. Da die unrealisierten Anleihe-Gewinne zwischen 2007 und 2008 aber aufgezehrt sein dürften, komme auf die Postbank bei einem unveränderten Zinsumfeld eine "Gewinnlücke" zu, hieß es.

Eingestuft mit "Buy" rechnet die ABN Amro auf Sicht der nächsten sechs bis zwölf Monate mit einem Aufwärtspotenzial der Aktie von 15 Prozent oder mehr. Mit ihrer Einschätzung "Reduce" geht sie von einem Kursrückgang zwischen fünf und 15 Prozent aus.

Mit der Sektoreinstufung "Underweight" gehen die Experten davon aus, dass sich die Branche im Vergleich zum Gesamtmarkt in demselben Zeitraum um mindestens zehn Prozent schwächer entwickeln dürfte.

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