Absatz
Roland Berger: Pharmabranche sieht Krebsforschung als größtes Wachstumsfeld

Die Krankenversicherungen reduzieren Kosten, die Patente laufen ab und der Wettbewerb durch Nachahmer steigt. In neuen Krebsmedikamenten sieht die Mehrzahl der von der Unternehmensberatung Roland Berger befragten Pharmaunternehmen den vielversprechendsten Ausweg aus dem Dilemma.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Krankenversicherungen reduzieren Kosten, die Patente laufen ab und der Wettbewerb durch Nachahmer steigt. In neuen Krebsmedikamenten sieht die Mehrzahl der von der Unternehmensberatung Roland Berger befragten Pharmaunternehmen den vielversprechendsten Ausweg aus dem Dilemma. Und diesen Ausweg zu finden, ist bitter nötig: Denn obwohl die Konzerne mehr denn je in Forschung & Entwicklung (F & E) investieren, bleibt die Produktivität der Branche gering und Innovationen konnten die rückläufigen Umsätze bisher nicht ausgleichen, heißt es in der Studie "What"s next? Innovating the concept of innovation in the pharmaceutical industry", die am Freitag veröffentlicht wurde.

Bei den Therapiegebieten gingen 84 Prozent der Befragten davon aus, dass Onkologie das größte Wachstumspotenzial habe, hieß es. Hier werde in den nächsten fünf Jahren am meisten investiert. Die stark wachsende Anzahl von Marktteilnehmern werde allerdings den Wettbewerbs- und Preisdruck im diesem Bereich stark erhöhen. Neben der Onkologie sieht die Branche auch Indikationen des Zentralen Nervensystems, Diabetes und Immunologie als Markt mit einem zusätzlichen Bedarf an. Die Kardiologie, einer der Wachstumstreiber der letzten Jahre, steht laut der Studie dagegen nur noch an sechster Stelle. Die teilnehmenden Unternehmen repräsentieren 21 der 30 weltgrößten Pharmakonzerne sowie mehr als die Hälfte des globalen Pharmaumsatzes.

"Innovation ist die größte Herausforderung für die Pharmaindustrie", sagt Stephan Danner, der für die Pharmabranche verantwortliche Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. "Durch den demographische Wandel wird der Bedarf an Medikamenten weltweit steigen, während gleichzeitig viele Regierungen gerade in Zeiten der Finanzkrise die Ausgaben für Gesundheit stärker als bisher kontrollieren." Angesichts der geringen Forschungsproduktivität hinterfragten immer mehr Manager die Notwendigkeit von großen internen Forschungsorganisationen und sehen die Kompetenzen der Pharmaindustrie eher im Bereich Entwicklung, Sicherung des Marktzugangs, in Marketing und Vertrieb.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%