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Studie: Bedeutung aktiver Aktionäre wird weiter steigen

Der Dialog börsennotierter Unternehmen mit ihren Investoren befindet sich nach einer Studie von Mckinsey & Company und dem Deutschen Aktieninstitut (DAI) im Umbruch.

dpa-afx FRANKFURT. Der Dialog börsennotierter Unternehmen mit ihren Investoren befindet sich nach einer Studie von Mckinsey & Company und dem Deutschen Aktieninstitut (DAI) im Umbruch. "Mehr als zwei Drittel der deutschen börsennotierten Aktiengesellschaften gehen davon aus, dass Aktionäre künftig häufiger dezidierte Vorschläge zur strategischen Ausrichtung und Führung der Unternehmen unterbreiten", heißt es in der Studie, die Thema eines Seminars vom DAI war.

Im Gegensatz zur weit verbreiteten öffentlichen Wahrnehmung handelt es sich bei den "aktiven Aktionären" nicht nur um Hedge-Fonds, deren Geschäftsmodell oftmals explizit darauf ausgerichtet sei, einen Strategiediskurs mit dem Unternehmen in die Öffentlichkeit zu tragen. Die von Oktober bis Dezember 2008 durchgeführte Umfrage unter 160 Unternehmen aus dem Dax , MDax und Sdax ergebe ein anderes Bild, sagten Autor Carl Wieandt von Mckinsey & Company und Rüdiger von Rosen vom DAI. Vielmehr stellten "traditionelle Investmentfonds" die Mehrzahl der aktiven Aktionäre.

Aktive AktionÄRE IM Schnitt LÄNger ALS Zwei Jahre Investiert

Mehr als die Hälfte der befragten Gesellschaften habe angegeben, ihre aktiven Aktionäre blieben im Schnitt mehr als zwei Jahre investiert. In deutschen Aufsichtsräten sind sie bisher kaum vertreten. Für eine Verbesserung des Dialogs zwischen Aufsichtsrat und Investor warb Lars Förberg, Managing Partner des schwedischen Finanzinvestors Cevian Capital. Von den 160 Unternehmen haben laut der Autoren 40 geantwortet. Nicht berücksichtigt wurden Familien- und Gründeraktionäre und sogenannte Berufskläger.

In Zukunft wird sich nach Aussage der Autoren die Zusammensetzung der aktiven Aktionäre verändern. Denn derzeit verfügten Private-Equity-Häuser über enorme Eigenkapitalmittel. Minderheitenbeteiligungen an börsennotierten Unternehmen könnten also zunehmend in den Fokus der Branche geraten. Darüber hinaus dürfte auch das Interesse von Staatsfonds steigen. Erst Anfang der Woche war die staatlich kontrollierte Investmentfirma Aabar Khadem Al Qubaisi bei dem Stuttgarter Autobauer Daimler eingestiegen.

Mehr als 80 Prozent der Unternehmen erhalten und nutzen derzeit Anregungen ihrer aktiven Aktionäre zur strategischen Entwicklung. Unternehmen reagieren auf die Nachfragen der Aktionäre mit einer Intensivierung ihrer Hauptversammlungsvorbereitung (61 Prozent) und der Intensivierung der sogenannten Roadshows (57 Prozent), auf denen sich das Unternehmen den Investoren präsentiert. Globalisierung und steigende Transparenz an den Kapitalmärkten haben den Performancedruck auf Unternehmen und institutionelle Vermögensverwalter erhöht. Aktionäre begannen, sich in die Strategiediskussionen aktiv einzumischen. Von den teilnehmenden Fondsmanagern hat beispielsweise Ingo Speich von der Union Investment den Besuch von fünf bis sechs Hauptversammlung für dieses Frühjahr angekündigt.

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