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Studie: München weiter Filmstandort Nummer 1

München hat seine Stellung als führender Standort der Film- und Fernsehwirtschaft in Deutschland gefestigt.

dpa-afx HAMBURG. München hat seine Stellung als führender Standort der Film- und Fernsehwirtschaft in Deutschland gefestigt. Die bayerische Landeshauptstadt liegt nach einer Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young mit 15 800 Beschäftigten klar an der Spitze - vor den anderen großen deutschen Filmstandorten Köln (14 500), Berlin (13 600), Hamburg (9 000), Leipzig (3 800) sowie dem Rhein/Main-Gebiet (9 800) mit den Städten Frankfurt, Mainz und Wiesbaden. Bundesweit rechnet die Branche nach der Krise der vergangenen Jahre mit einem Aufschwung.

Mehr als vier Fünftel der Unternehmen erwarten im laufenden Jahr ein Umsatzplus im Vergleich zu 2005. Fast jeder dritte Betrieb plant, neue Mitarbeiter einzustellen, nur sechs Prozent wollen Stellen abbauen. Sonja Moser, Partnerin bei Ernst & Young und Autorin der Studie, sieht die Branche insgesamt im Aufwind: "Nach etlichen schwierigen Jahren ist endlich die Talsohle durchschritten und die Branche richtet sich wieder auf Wachstum ein."

Die Hälfte der Unternehmen hatte 2005 im Vergleich zum Vorjahr noch Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Der Umsatz der Branche mit rund 9 000 Unternehmen war vom Jahr 2000 mit 18,6 Mrd. Euro bis 2004 um rund 20 Prozent auf 14,8 Mrd. Euro eingebrochen. Neuere Zahlen sind nach Angaben von Ernst & Young nicht zu erhalten. Die Studie basiert auf einer telefonischen Befragung von 480 Unternehmen der Filmwirtschaft. An den sechs untersuchten Standorten arbeiten knapp 70 Prozent der rund 96 000 Mitarbeiter der deutschen Film- und Fernsehbranche.

Besonders Optimistisch FÜR DIE Zukunft

In München blicken die Unternehmen besonders optimistisch in die Zukunft, knapp die Hälfte der Befragten erwarten eine durchweg positive Geschäftsentwicklung innerhalb der kommenden zwölf Monate. Der Durchschnitt aller Standorte liegt bei einem Drittel. Die Zufriedenheit mit dem Standort erreicht bei Münchner Filmschaffenden auf einer Skala von 1 bis vier den Spitzenwert von 3,87 Punkten. "Entscheidend für die Entwicklung der zumeist kleineren Unternehmen ist die Umsatzentwicklung der großen TV-Sender an den jeweiligen Standorten", sagte Moser. Zahlreiche Privatsender mussten in den vergangenen Jahren Einbußen bei den Werbeeinnahmen hinnehmen und auch die öffentlich-rechtlichen Sender müssen sparen.

Die Abhängigkeit von den Sendern zeigt das Beispiel Köln. Die Zufriedenheit mit dem Standort ist im Vergleich zu einer ersten Befragung 2003 von einem Wert von 3,91 auf 3,39 gefallen. Nur Leipzig steht schlechter da mit 3,06 Punkten. In Köln rechnen neun Prozent der Befragten 2006 mit schlechteren Geschäften als im Vorjahr, im bundesweiten Durchschnitt sind es vier Prozent. Die Filmwirtschaft in der Rheinmetropole ist stark beeinflusst vom Sender RTL, dessen Brutto-Werbeumsätze 2005 mit knapp 2,2 Mrd. Euro leicht niedriger waren als im Vorjahr.

Die Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern wird in den beiden größten Metropolen als besonders gut eingeschätzt. In Hamburg (4,15 Punkte) und Berlin (4,11) liegen die Werte deutlich über dem bundesweiten Schnitt von 3,90. Auch bei den Geschäftserwartungen sind die Filmschaffenden in beiden Städte vergleichbar optimistisch: Jeweils 86 Prozent der Befragten erwarten eine "positive" oder "eher positive" Lage.

Am Standort Rhein/Main äußerten sich 89 Prozent derart zuversichtlich. Die Region mit den Städten Frankfurt, Mainz und Wiesbaden ist vor allem durch das ZDF und den Hessischen Rundfunk geprägt. Der nach der Beschäftigtenzahl kleinste Filmstandort Leipzig ist auch bei der Zukunftsprognose das Schlusslicht: Für die nächsten zwölf Monate rechnen nur 78 Prozent der Befragten mit einer "positiven" oder einer "eher positiven" Entwicklung. Auch die Bewertung des vergangenen Jahres ist hier auffallend schlecht. Knapp zwei Drittel der Unternehmen berichteten von schlechteren Umsätzen als 2004. Bundesweit trifft das nur auf knapp die Hälfte der Unternehmen zu.

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