Absatzschwäche und Euro-Stärke belasten die Branche: Auto-Analysten hoffen auf bessere Zeiten

Absatzschwäche und Euro-Stärke belasten die Branche
Auto-Analysten hoffen auf bessere Zeiten

Die Aktien der deutschen Autohersteller laufen nicht mehr. Denn die Investoren sind von der Fülle der schlechten Nachrichten aufgeschreckt: Im Januar mussten die heimischen Wagenbauer auf allen wichtigen Absatzmärkten deutliche Einbußen hinnehmen.

DÜSSELDORF. Zudem schockte Volkswagen die Konkurrenz mit einer versteckten Preissenkung für den Golf, der ab sofort mit kostenloser Klimaanlage geliefert wird. Experten werten dies als Signal für einen stärkeren Preiswettbewerb, der die Margen drückt.

In Frankfurt ging es für den Subindex „Prime Automobile“ daher zuletzt deutlich bergab. Die Hoffnung der Autokonzerne – und der Aktionäre – richtet sich jetzt auf den März, der in der Branche als der verkaufsstärkste Monat des Jahres gilt. „Wenn die Absatzzahlen für März auf dem Tisch liegen, wissen wir, wie 2004 wird“, sagt Marc-René Tonn, Analyst bei der Vereins- und Westbank (VuW). Er geht davon aus, dass sich die Stimmung für den Sektor schon bald verbessern wird, und rät, mit dem Kaufen zu beginnen. „Auto-Aktien sind im historischen Vergleich günstig bewertet. Das ist ein guter Zeitpunkt, um erste Positionen aufzubauen.“

Vorsichtiger ist Henrik Lier von der WestLB. „In den nächsten ein bis zwei Monaten könnte die Nachrichtenlage negativ bleiben“, befürchtet er. „Die Absätze in Europa bleiben schwach, und es droht ein verschärfter Preiskampf. Dazu kommen der hohe Wechselkurs des Euros und Probleme in den USA, wo die Preise nach wie vor unter Druck stehen.“ Insgesamt werde für den Sektor ein „ziemlich düsteres Bild gezeichnet“. Lier rät aber dazu, das Marktumfeld genau zu beobachten: „Oft kommt es in solchen Phasen zu Übertreibungen nach unten. Sobald sich die Lage ein wenig bessert, ist bei den Aktien, die zuletzt stark gefallen sind, eine Erholung drin.“ Dies gelte etwa für BMW und VW, die in den vergangenen Wochen die höchsten Verluste erlitten hätten.

Langfristige Anleger sollten aber stärker differenzieren. „Attraktiv sind vor allem Hersteller mit gutem organischem Wachstum“, sagt Tonn. Und hier sticht BMW nach Ansicht der Experten hervor. 2004 bringt der Konzern unter anderem die neue 6er- und die 1er-Kompaktwagen-Serie sowie den Geländewagen X3 auf den Markt. „Fundamental steht BMW vor einem seiner stärksten Jahre“, sagt Lier. Sorgen bereitet ihm aber die Euro-Stärke: „Es ist von außen unmöglich zu erkennen, wie BMW gegen Wechselkurs-Schwankungen abgesichert ist. Das schafft Unsicherheit.“

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