Abspaltungspläne für Halbleitersparte wird besonders positiv gesehen
Bei Motorola dämpfen Analysten die Erwartungen

Ein scharfer Konkurrenzkampf in der Branche verringert die Gewinnmargen des US-technologiekonzerns. Dennoch rät derzeit noch die Mehrheit der Experten zum Kauf der Aktie.

HOUSTON. Herabstufungen von Analysten mag kein Unternehmen, aber zu einem ungünstigeren Zeitpunkt hätten sie für den US-Technologiekonzern Motorola nicht kommen können: Zuerst drangen aus der Branche erste negative Nachrichten über Absatzschwierigkeiten einiger Unternehmen nach außen. Und dann setzte Analyst Arindam Basu von Morgan Stanley sein Anlageurteil für Motorola von „Übergewichten“ auf „Gleichgewichten“ herab. Da er allerdings gleichzeitig das Kursziel auf 20 Dollar kürzte, gab es für die Aktie kein Halten mehr. „Wir erwarten, dass sich der Konkurrenzkampf in der Branche sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene verschärfen wird, was zusätzlichen Druck auf die Preise und Margen bei Motorola ausüben wird“, begründet Basu seinen Schritt. Vor allem der finnische Erzrivale Nokia kürzt aktuell aggressiv seine Preise, um Kunden anzulocken.

Zudem steigen offenbar die Lagerbestände in der gesamten Branche, was den Verdacht der Absatzprobleme erhärtet und einigen Beobachtern Sorge macht. Schließlich leiteten ähnliche Entwicklungen vor vier Jahren die Baisse der Tech-Werte ein. Chris Whitmore von Deutsche Bank Securities schätzt, dass die Vorräte bereits seit Monaten wachsen. Er bewertet dies als erstes klares Zeichen dafür, dass die Kunden ihre Bestellungen zurzeit kürzen. Andere Experten halten die gefüllten Lagerhäuser lediglich für eine saisonbedingte Erscheinung: „Es ist eben Sommer – da wachsen die Vorräte an, und im Herbst und Winter werden sie dann wieder abgebaut“, sagte Stratege Frank Dzubeck von Communications Networks Architects der Nachrichtenagentur Reuters.

Noch ist Pessimist Basu die Ausnahme, denn die überwältigende Mehrzahl seiner Kollegen hält dem Mobilfunkriesen noch immer die Stange. Von 32 Bewertungen lauten zurzeit nur sechs auf „Halten“ und eines auf „Verkauf“, ermittelt der Finanzdienst Thomson First Call. Dagegen empfehlen 25 Experten den Anlegern, den Kauf der Aktie. Denn im Vergleich zum Rest der Branche fällt Motorolas Bilanz durchaus solide aus. Im ersten Quartal steigerte der Konzern seinen Umsatz um fast 70 und den operativen Gewinn sogar um 300 Prozent. Studien zeigen zudem, dass Motorolas Handys bei den Endkunden auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen und Mitbewerber Nokia in der ersten Jahreshälfte Marktanteile wegschnappten.

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