Abstieg für MAN und Metro
Continental und Lanxess steigen in den Dax auf

Das wichtigste Börsenbarometer Deutschlands hat zwei neue Mitglieder. Der Autozulieferer Continental und der Chemiekonzern Lanxess steigen in den Deutschen Aktienindex auf. Auch in anderen Indizes tut sich etwas.
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FrankfurtDer Autozulieferer Continental kehrt wie erwartet in den wichtigsten deutschen Aktienindex zurück. Die Titel des Unternehmens würden mit Wirkung zum 24. September in den Dax aufgenommen, teilte die Deutsche Börse am Mittwochabend mit. Auch die Aktien des Chemieunternehmens Lanxess steigen wie von Experten erwartet vom Index für die mittelgroßen Werte MDax in den Dax auf.

Nicht unerwartet sind auch die Absteiger: Aktien des Handelskonzerns Metro und des Lkw-Bauers MAN werden künftig nicht mehr im Dax, sondern im MDax notiert sein. Metro dürfte vor allem die stark unterdurchschnittliche Aktienkursentwicklung in diesem Jahr zum Verhängnis geworden sein. Der Handelskonzern gehörte dem Dax seit 16 Jahren an. Die Metro AG gehört vor allem wegen der stark unterdurchschnittlichen Aktienkursentwicklung in diesem Jahr demnächst nicht mehr zu den 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen.

Der Metro-Vorstand will nach dem Rauswurf das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückgewinnen. Die Entscheidung der Deutschen Börse, dass Metro den Platz im Dax räumen müsse, sei "schmerzhaft", räumte Metro-Chef Olaf Koch im Namen des Vorstands in einem Brief an die Metro-Mitarbeiter ein. Der Aktienkurs der Metro habe "infolge schwacher Zahlen und diverser Problemstellungen in den vergangenen zwölf Monaten stark gelitten".

Metro könne den Platz im Dax zurückerobern und werde beweisen, welche Potenziale in dem Konzern steckten. "Wir setzen den eingeschlagenen Kurs fort und konzentrieren uns konsequent auf die Steigerung des Mehrwerts für den Kunden", unterstrich Koch. Metro wolle die "Ertragskraft nachhaltig stärken".

Bei MAN war der Streubesitz nach den Zukäufen durch den Volkswagen-Konzern so stark gesunken, dass es für einen Verbleib im Dax nicht mehr gereicht hat. Die Wolfsburgern besitzen inzwischen mehr als 75 Prozent des Traditionskonzerns - andere Anteilseigner halten nur noch Aktien für 2,6 Milliarden Euro.

Continental kehrt nach knapp vier Jahren in den Leitindex Dax zurück. Wegen des überraschenden Übernahmevorstoßes durch den damaligen Konkurrenten Schaeffler waren die Titel des Autozulieferers im Dezember 2008 aus dem Dax ausgeschieden und im MDax gelandet. Die folgende Erholung verlief fast so rasant wie der Kurssturz zuvor: Seit dem Tief bei knapp über 10 Euro Anfang 2009, erholten sie sich bis heute wieder um sagenhafte 700 Prozent.

Das Spezialchemieunternehmen Lanxess ist keine zehn Jahre alt. Abgespalten vom Bayer-Konzern 2004 durchlief Lanxess ein hartes Sanierungsprogramm. Unternehmensteile wurden abgestoßen, Arbeitsplätze gestrichen und die ertragsschwachen Segmente auf Rendite getrimmt. 2006 erzielte Lanxess erstmals einen Gewinn. Aktuell notiert das Papier bei Kursen über 60 Euro und liegt damit gegenwärtig um etwa ein Vierfaches über seinem Ausgabekurs. Die Lanxess-Erstnotiz lag bei 15,75 Euro je Aktie.

Lanxess-Chef Axel Heitmann sagte: „Wir freuen uns, nach sieben erfolgreichen Jahren im MDax nun in den Kreis der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands aufgenommen zu werden. Es ist für uns alle ein stolzer Augenblick.“

Zusätzlich steigen die Aktien von TAG Immobilien in den MDax auf, wo sie die Titel von Deutz ersetzen, die in den SDax absteigen. Mit Blick auf den Kursverfall der Papiere des Motorenbauers seit Anfang Mai war auch diese Entwicklung von Experten erwartet worden.

Im Technologiewerteindex TecDax gibt es ebenfalls einige Änderungen: Die Titel der schweizerischen Biotech-Holding ersetzen die Aktien des Telefonherstellers Gigaset. Zudem steigt LPKF Laser & Electronics in den Index auf, den der Spezialmaschinenbauer Singulus Technologies verlassen muss.

Der Aktien-Leitindex Dax umfasst die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse, die ihren Sitz in Deutschland haben. Unternehmen, die dem Dax angehören, stehen im Blickpunkt internationaler Investoren. Auf den Dax spezialisierte Fonds kaufen gezielt Aktien dieser 30 Unternehmen.

Bei der regulären Überprüfung des deutschen Leitindexes einmal im Jahr im September ist es für einen Nebenwert leichter aufzusteigen als bei der quartalsweisen Überprüfung. Bei diesem Termin gelten im Regelwerk niedrigere Hürden. Kriterien sind die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz der letzten zwölf Monate. Umgesetzt werden die Beschlüsse zum Montag, 24. September.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Übernahme durch Schaeffler bei Conti bringt Conit wieder vorne im DAX

  • Naja wie gesagt Metro hat Fehler gemacht und dafür müssen sie jetzt bezahlen. Conti hat es wieder gut hingebogen und seit der Übernahme durch die Schaeffler ist einiges geschehen. Verdient wieder im Dax!!

  • Wirklich verwundert hat der Abstieg der beiden Börsen-Urgesteine MAN und Metro nicht. Beide Börsianer der ersten Stunde haben ihre Fehler gemacht und spüren nun die Auswirkungen. Vor allem Metro dürfte sich ordentlich ärgern, denn der Wert des Unternehmens ist im Vergleich zu anderen DAX-Mitgliedern deutlich höher. Problematisch ist allerdings die Verteilung der Aktien, dessen Großteil in den Händen dreier Großaktionären liegt. Der Rest reich nicht, um sich im DAX halten zu können. Von Enttäuschungen kann aber auch Aufsteiger Conti ein Liedchen singen, mit dem kleinen Unterschied, dass der Konzern noch eine Strophe mehr in Petto hat. Nach drei schweren, Dax-losen Zeiten nun endlich der verdiente Aufstieg durch eine clevere Unternehmenspolitik, die auch dem zweiten Aufsteiger Lanxess gelungen ist.

    Markus Rolfes

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