Abwärtstrend der Solarbranche
SMA Solar stößt an ihre Grenzen

Bestens gestartet, lange gekämpft und letztendlich doch keine Mittel gegen den allgemeinen Abwärtstrend gefunden: Die Aktie der SMA Solar Technology ist mittlerweile nur noch gut die Hälfte des Preises wert, zu dem sie im Juni an der Börse gestartet war. Am Donnerstag fiel die Aktie erneut um zwei Prozent auf rund 27 Euro. Das Unternehmen kann sich somit dem Abwärtstrend der Branche nicht entziehen.

FRANKFURT. Die gesamte Solar-Branche ist unter Druck geraten, nachdem Branchenprimus Q-Cells vor wenigen Tagen eine überraschende Gewinnwarnung bekannt gegeben hatte.

Von der Entwicklung bei Solarplatten-Herstellern wie Q-Cells und Solarworld ist SMA direkt abhängig. Das Unternehmen stellt Geräte her, ohne die keine Solaranlage der Welt auskommt: Wechselrichter wandeln den Gleichstrom aus der Solaranlage in Wechselstrom für die Steckdose um. Die kleinen roten Kästchen unter dem Namen „Sunny Boys“ versorgen private Haushalte, die großen grauen bearbeiten den Strom für ganze Solarkraftwerke. Mit ihrer internationalen Aufstellung und der Qualität „Made in Germany“ sicherten sich die Hessen eine führende Marktposition in acht von neun Ländern, in denen SMA Solar aktiv ist. Den Weltmarktanteil schätzen Analysten auf 44 Prozent.

„SMA Solar ist seit 1981 auf dem Markt und genießt einen Vertrauensvorschuss von Kunden und Installateuren“, sagt Anja Katharina Bohlen von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Auch der internationale Vorsprung sei nicht so leicht aufzuholen: „Das Unternehmen verfügt bereits über wichtige Lizenzen im Ausland und bekommt zusätzliche Lizenzen schneller, als eine Firma, die neu auf den Markt kommt.“

Dennoch hat die Solar-Firma ein Problem: Sie kann den Wirkungsgrad ihrer Produkte kaum noch steigern. Die „Sunny Boys“ erreichen bereits 98 Prozent, technisch sind nur 99 möglich. Ist diese Grenze einmal erreicht, könnten Konkurrenten den Wettbewerbsvorsprung mit der Zeit doch aufholen.

Robert Schramm von der Commerzbank will auf Messen beobachtet haben, dass die Wettbewerber immer bessere Produkte anbieten. Deswegen glaubt der Analyst, dass SMA Solar sich noch zwei Jahre lang an der Spitze behaupten kann. Danach wird es mit der Marktführerschaft vorbei sein. „Sie werden die Preise schneller senken müssen, als alle denken“, sagt Schramm. Er hält eine Entwicklung nach unten für wahrscheinlicher und setzt das Kursziel für die nächsten sechs Monate bei 35 Euro an. Im November haben sechs Analysten eine Einschätzung zu SMA Solar abgegeben: Drei empfehlen den „Kauf“, einer rät „halten“ und zwei „verkaufen“.

Analyst Gerhard Orgonas von der Citigroup empfiehlt die Aktie zum Kauf und erwartet einen Kurs von 60 Euro. „In der Berechnung ist eine Preiskürzung von 14 Prozent in 2009 und die Subventionsverringerungen bereits einkalkuliert“, so Orgonas. Doch da die Citigroup zusammen mit der Deutschen Bank SMA Solar an die Börse begleitet hat, ist der positive Ausblick wenig überraschend. Nach Ansicht der meisten Analysten dürfte SMA Solar aber unter den Veränderungen, die nächstes Jahr auf den Solarsektor zukommen, weniger leiden, als der Rest der Branche. Positiv könnten sich auch sinkende Rohstoffpreise auswirken. Branchenkenner rechnen mit einem Überangebot von Silizium, das für die Herstellung der meisten Solarzellen notwendig ist. Preisverfall wäre die Folge.

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