Adidas-Aktionäre
Sawiris und Hawkins verbünden sich

Zwei der wichtigsten Adidas-Aktionäre haben sich verbündet: Der ägyptische Milliardär Nassef Sawiris und der US-Investor Mason Hawkins wollen gemeinsam Einfluss auf ausgewählte europäische Firmen nehmen.

LondonZwei der wichtigsten Aktionäre von Adidas wollen gemeinsam Einfluss auf ausgewählte europäische Firmen nehmen. Der ägyptische Milliardär Nassef Sawiris habe sich mit dem US-Investor Mason Hawkins und dessen Fondsgesellschaft Southeastern Asset Management verbündet, sagte eine Southeastern-Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters. Eine mit dem Vorhaben vertraute Person ergänzte, die Partner wollten mit eigenem Geld und Mitteln fremder Kapitalgeber Anteile von aus ihrer Sicht unterbewerteten Unternehmen erwerben, um dann Änderungen von Strategie und Management durchzusetzen. Welche Rolle dabei Adidas spielt, blieb zunächst offen. Sawiris sagte bisher lediglich, er wolle bei dem Sportausrüster mitreden.

Sawiris und Hawkins zählen seit einigen Monaten jeweils zu den bedeutenden Anteilseignern des Unternehmens, das auch wegen hausgemachter Probleme im Rennen mit dem größeren Rivalen Nike unter Druck geraten war. Zuletzt überstrahlte aber ein überraschend gutes Fußball-Geschäft die Sorgen des Konzerns in Russland und in Nordamerika. Die Adidas-Aktie hat im laufenden Jahr um zwei Drittel auf rund 93 Euro zugelegt und damit die Kursverluste des Krisenjahrs 2014 wettgemacht. Der Konzern aus Herzogenaurach sucht einen Nachfolger für Vorstandschef Herbert Hainer, dessen Vertrag 2017 ausläuft. Zu den Favoriten wird Markenvorstand Eric Liedtke gezählt.

Adidas äußert sich nicht zu einzelnen Investoren. "Jeder ist willkommen, und wenn uns jemand helfen kann, hören wir gerne zu", sagte Hainer jüngst. Nach Spekulationen über einen Einstieg feindlich gesonnener Investoren beauftragte Adidas jedoch zur Abwehr eine Investmentbank als Berater.

Sawiris kann bis zu sechs Prozent der Stimmrechte an Adidas auf sich vereinigen - so viel wie bisher kein anderer Aktionär. Seine Beteiligungsfirma NNS Holding hält 1,7 Prozent der Anteile. Zudem räumt sie anderen Aktionären die Option ein, ihr bis Mai 2016 zusätzlich bis zu 4,3 Prozent zu verkaufen. Hawkins' Gesellschaft Southeastern Asset Management überschritt die Drei-Prozent-Schwelle. Der belgische Milliardär Albert Frere, der ebenfalls drei Prozent der Stimmrechte erwarb und bereits beim Zementkonzern LafargeHolcim mit gemeinsame Sache mit Sawiris und Hawkins machte, ist nach Aussagen des Insiders allerdings nicht an dem neuen Bündnis beteiligt.

Der Ägypter und sein US-Partner haben nun eine gemeinsame Investmentgesellschat namens Southeastern Concentrated Value (SCV) gegründet, wie der Insider erläuterte. SCV solle Anteile an sechs bis zehn europäischen Unternehmen halten. Anders als so genannte aktivistische Investoren, die auf rasche Veränderungen dringen, verfolge man eine langfristige Strategie. Die neue Gesellschaft sei bereits an dem Schweizer Chemie- und Baustoffkonzern Sika beteiligt. Öffentlich bekannt ist dort bereits ein Southeastern-Anteil von vier Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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