Adva
Der TecDax-Star der Stunde

Die Aktie des wenig bekannten Glasfaserspezialisten Adva erlebt eine wahre Rally: Seit Jahresbeginn hat sich ihr Wert auf zehn Euro mehr als verdreifacht. Doch viele Altaktionäre können darüber nur müde lächeln.
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Düsseldorf/MartinsriedIn den vergangenen Jahren fristete der Telekomausrüster Adva im TecDax ein Dasein als Mauerblümchen: Die Aktie stagnierte in einer Seitwärtsbewegung, die Fünf-Euro-Marke konnte zuletzt im Herbst 2012 überschritten werden. Als die Adva-Papiere bei knapp drei Euro ins Jahr 2015 gingen, erwartete niemand ein plötzliches Aufblühen.

Doch genau das passierte: Im ersten Halbjahr verdreifachte sich der Wert der Aktie, Mitte Juli konnte erstmals seit neun Jahren wieder ein Kurs von 10 Euro erzielt werden. Was ist da bloß passiert?

Medienberichten zufolge ist der Hauptgrund für die Trendwende der Einsatz von Cloud-Diensten. Denn die benötigen vor allem eines: schnelle und sichere Netze. Adva profitiert davon, denn das Unternehmen ist auf Software-Lösungen für den Ausbau von optischen Netzen spezialisiert.

Die gestiegene Nachfrage spiegelt sich auch in den Kennzahlen wider: Der Umsatz des Unternehmens aus Martinsried bei München ist im ersten Quartal diesen Jahres auf einen Rekordwert von 96,6 Millionen Euro gestiegen. Das sind 22,4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und rund zehn Prozent mehr als im vierten Quartal 2014. Unter dem Strich steht ein Quartalsgewinn von 3,7 Millionen Euro.

Als im Juni bekannt wurde, dass Adva bei einem Projekt von T-Systems zum Zug kommt, griffen die Anleger scharenweise nach den Aktien des Glasfaserspezialisten. Fast zeitgleich erklärte das Unternehmen, dass es seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das zweite Quartal deutlich anhebt.

Die Investmentbank Oddo Seydler hat das Kursziel für Adva vor Zahlen von acht auf 10,50 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Er erwarte sehr starke Gewinne für das zweite Quartal, schrieb Analyst Oliver Pucker in einer Studie vom Montag. Das Wachstum des Telekom-Ausrüsters und TecDax-Wiedereinsteiger dürfte sich im zweiten Halbjahr zudem noch weiter beschleunigen.

Trotzdem haben viele Altaktionäre bei dem Namen Adva ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Der Telekomausrüster ist so etwas wie ein Fossil aus den Zeiten des Neuen Marktes: 2001 erlebte Adva einen schier bodenlosen Kursabsturz von 150 Euro auf 1,20 Euro und dümpelte seitdem mehr oder weniger vor sich hin. Ob Adva nun ein nachhaltiger TecDax-Star ist, wird sich erst noch zeigen müssen.

Patrick Schwarz
Patrick Schwarz
Handelsblatt Online / Freier Mitarbeiter

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