Agentur ermittelt Höhe der Rückzahlung bei Insolvenz
S&P bewertet besicherte Bankkredite

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) will den Markt für besicherte Bankkredite mit zusätzlichen Ratings besser kalkulierbar machen. Deshalb führt sie jetzt auch in Europa so genannte „Recovery Ratings“ für besicherte Bankkredite ein.

HB FRANKFURT/M. Dabei sollen die Ratings angeben, wie viel Geld die Kreditgeber voraussichtlich zurückbekommen, wenn der Schuldner insolvent wird.

In den USA gibt es diese Ratings bereits seit Dezember für 192 Kredite über insgesamt 95,3 Mrd. Dollar. In Europa würden zunächst 30 Kredite über rund 25 Mrd. Euro bewertet, sagte Paul Watters, Leiter für europäische Loan-Ratings bei S&P während einer Präsentation in Frankfurt.

Besicherte Bankkredite gibt es vor allem von Unternehmen mit schlechten herkömmlichen Ratings, welche die Kreditwürdigkeit und Ausfallwahrscheinlichkeit eines Schuldners bewerten. Unternehmen mit Ratings innerhalb der Spekulationsklasse müssen Bankkredite oft mit Sicherheiten wie Immobilien oder anderen Sachwerten unterlegen. Oft werden diese Kredite von den Banken an Investoren verkauft. In Europa haben zum Beispiel der restrukturierte britische Kabelnetzbetreiber NTL oder der deutsche Spezialchemiekonzern Cognis besicherte Bankkredite über mehrere Milliarden Euro ausstehen.

Für die „Recovery Ratings“ werden unter anderem die Sicherheiten selbst, die Stellung der Gläubiger und das geltende Insolvenzrecht analysiert. Die „Recovery Ratings“ werden anhand einer Skala von „1+“ bis „5“ eingeteilt. Die Noten „1+“ und „1“ besagen dabei, dass es äußerst bzw. sehr wahrscheinlich ist, dass Investoren 100 % des Kredits zurückbekommen, wenn der Schuldner pleite geht. Bei der Note „2“ wird erwartet, dass 80 bis 100 % des Kredits bedient werden, bei der Note „5“ müssen die Gläubiger mit einem Totalausfall rechnen.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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