Aktie auch für Risikoscheue interessant
Anglogold überzeugt die Anleger

Wenn Bobby Godsell dieser Tage ein wenig selbstzufrieden ausschaut, hat das seinen Grund. Denn vieles läuft für den Chef von Anglogold Ashanti zurzeit nach Plan.

JOHANNESBURG. Zum einen sitzt der weltweit drittgrößte Goldproduzent auf den kostengünstigsten Goldminen in Südafrika und kann deshalb die starke Aufwertung der Landeswährung Rand besser als seine Rivalen wegstecken. Zum anderen profitieren seine Bergwerke außerhalb Südafrikas noch stärker vom hohen Goldpreis, weil sie nicht nur die Erlöse sondern, anders als am Kap, auch ihre Kosten in Dollar abrechnen.

Geholfen hat Anglogold aber auch die vor zwei Jahren besiegelte Fusion mit dem ghanaischen Goldförderer Ashanti. Schließlich gilt sein Unternehmen in Pretoria inzwischen als Musterbeispiel dafür, was in Afrika mit etwas gutem Willen und Voraussicht möglich ist. Kein Wunder, dass Anglogold als erster Bergbaukonzern am Kap die neuen Minenrechte für seine südafrikanischen Gruben erhielt.

Gleichzeitig beugt sich Anglogold heute immer mehr den Forderungen von Analysten und Fondsmanagern. Das spiegelt sich in der hohen Bewertung wider. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 63 für 2005 und geschätzten 32 für dieses Jahr hat das Unternehmen die Bewertungslücke zur nordamerikanischen Konkurrenz fast völlig geschlossen. Sichtbar wird dies auch am Aktienkurs, der im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf nun 320 Rand schnellte. Attraktiv bleibt Anglogold aber auch, weil es noch immer eine erheblich höhere Dividende als seine Rivalen zahlt.

Umso mehr überrascht, dass sich die Mutter Anglo American ausgerechnet jetzt stärker aus ihrer Goldtochter zurückziehen will. Entweder hat das weltweit zweigrößte Bergbauhaus den Glauben an Gold verloren – oder es will sich künftig wirklich ganz auf die boomenden Grundmetalle wie Eisenerz und Kupfer sowie die Diamanten- und Platinförderung beschränken. „Für Anglo American ist es sicher besser, die volle Kontrolle über alle Geschäftsbereiche zu haben“ meint Graham Birch, Leiter des Gold- und Bergbauteams von Merrill Lynch in London. Er selbst sei kein Freund von Minderheitsbeteiligungen.

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