Aktie auf Eineinhalb-Jahreshoch
Sky nähert sich dem Limit

Der deutliche Zuwachs der Abonnentenzahlen beim TV-Sender Sky ist bei Anlegern am Donnerstag auf Wohlwollen gestoßen. Die Aktien setzen ihre Rally fort. Analysten sehen jedoch nicht mehr viel Potenzial.
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FrankfurtSky Deutschland sieht Licht am Ende des Tunnels. Nach weiteren Geldspritzen und einem Programmausbau ist die Kundenzahl auf einen Höchststand gestiegen. Das stimmt Anleger optimistisch. Obwohl der seit Jahren ersehnte Sprung in die Gewinnzone in weiter Ferne bleibt, griffen sie heute bei Sky-Aktien zu und trieben den Kurs der Papiere zeitweise um 7,4 Prozent nach oben auf ein neues Eineinhalb-Jahreshoch von 3,44 Euro. Am Mittag lag die Aktie mit 6,5 Prozent immer noch an der Spitze des MDax.

Medienmogul Rupert Murdoch hatte in den vergangenen zwölf Monaten auf verschiedenen Wegen rund 448 Millionen Euro in den defizitären Bezahlsender gepumpt, unter anderem um das Programm kräftig auszubauen und das HD-Angebot weiter aufzustocken. Das scheint Wirkung zu zeigen: Unter dem Strich zählte das frühere Premiere zwischen Januar und März 73 000 neue Abonnenten, nachdem im Vorjahreszeitraum nur bescheidene 1000 Kunden dazu kamen. Insgesamt zählt der Sender nun 2,726 Millionen Kunden, nach eigenen Angaben braucht Sky rund 3 Millionen, um Geld zu verdienen.

Finanziell läuft es allerdings trotz des kräftigen Kundenzuwachses weiterhin durchwachsen. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 86,9 Millionen Euro nur zehn Prozent unter dem Defizit von 97 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte um rund 15 Prozent auf knapp 270 Millionen Euro zu. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 265 Millionen Euro und einem Verlust in Höhe von 83,5 Millionen Euro gerechnet. Sie waren von 55.000 neuen Abonnenten ausgegangen. Auch im Gesamtjahr rechnet Sky mit Verlusten, wann der Sprung in die schwarzen Zahlen gelingt, ließ Sky offen.

An der Börse erfreut sich die Sky-Aktie schon seit Monaten wachsender Beliebtheit. Zwar ist sie noch Welten von ihrem Allzeithoch von 22,48 aus dem Jahr 2005 entfernt, doch von ihrem letzten Sturz unter einen Euro im Herbst 2010 hat sie sich inzwischen gut erholt. Seit Jahresbeginn legte die Aktie rund 67 Prozent zu.

Ob es weiter nach oben geht, darüber sind sich die Analysten uneinig. Dirk Voigtländer von der Commerzbank lobt, dass Sky die Markterwartungen übertroffen hat. Er sieht noch Potenzial für die Aktie bis 3,50 Euro und empfiehlt „kaufen“. Ähnlich äußert sich Conor O’Shea von Kepler Equities. Der Abonnentenzuwachs und die Abwanderungsquote als wichtigste Kennzahlen seien gut ausgefallen, schrieb er in einer aktuellen Studie. Bei seinem nach wie vor gültigen Kursziel von 3,75 Euro bekräftigte er seine Kaufempfehlung.

Jan Christian Göhmann von der NordLB zeigte sich weniger beeindruckt. „Bei der Nettoverschuldung muss etwas passieren“, betont der Analyst. Das Problem sei, dass die Kosten entsprechend der Abonnentengewinnung wachsen. So gesehen sei die Entwicklung auf das Jahr hochgerechnet nicht allzu beeindruckend. Göhmann stuft die Aktie mit „verkaufen" und Kursziel zwei Euro ein. Veronique Cabioc’h von Alpha Value ist noch skeptischer: Sie rät ebenfalls zum Verkauf und sieht den Kurs bei 1,61 Eur.

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