Aktie auf Talfahrt
Zeigt Angie Facebook den Weg?

Vorbote für den „F-Day“? Am Dienstag lief bei der Empfehlungsseite Angie's List die Haltefrist der Altaktionäre aus: ein Kurssturz von bis zu 17 Prozent bei hohen Umsätzen war die Folge. Ein böses Omen für Facebook?
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Angie ist unkaputtbar. Seit 17 Jahren hat die Empfehlungs- uns Bewertungsseite für Konsumenten Angie's List noch nie einen einzigen Cent verdient und doch im November 2011 einen erfolgreichen Börsengang hingelegt. Rund 114 Millionen Dollar wurden eingenommen, der Aktienpreis betrug 13 Dollar. Und bislang war auch alles einigermaßen gut gegangen, der Ausgabepreis nicht nennenswert unterschritten worden. Irgendwie liebt Wall Street Angie.

Doch am heutigen Dienstag war die Geduld vorerst beendet. Da bekamen Investoren mit insgesamt 44 Prozent am gesamten Aktienkapital die Erlaubnis, ihre Anteile zu versilbern, wie aus einer Mitteilung an die Börsenaufsicht von Mitte Mai hervorgeht. Unter hohen Umsätzen sackte das Papier um bis zu 17 Prozent auf neue Rekordtiefs um 10,77 Dollar ab. Angesichts der problematischen Gesamtsituation des Web 2.0- und Social-Media-Networking-Bereichs scheinen viele der Altinvestoren sicherheitshalber Kasse zu machen und Gewinne zu sichern. Aktien wie Facebook, Zynga, Groupon oder Pandora liegen zum Teil massiv unter ihren Emissionspreisen.

Der nächste Härtetest für die Social-Networking-Aktien droht am Donnerstag dem 16. August. Dann wird eine erste von drei Tranchen fällig, in der Aktien des weltgrößten Social Networks Facebook, Marktkapitalisierung rund 50 Milliarden Dollar, zum Verkauf freigegeben werden. Daneben nimmt sich Angie's List mit ganzen 638 Millionen Dollar Marktkapitalisierung wie ein Winzling aus. Am Donnerstag wird sich die Anzahl der gehandelten Facebook-Aktien dramatisch erhöhen. Bislang sind 412 Millionen Stück auch an der Börse handelbar. Über 270 Millionen könnten theoretisch Ende der Woche zusätzlich auf den Markt geworfen werden, von Mitarbeitern und Großinvestoren wie Goldman Sachs oder Microsoft. Über die nächsten neun Monate werden es insgesamt über 1,9 Milliarden Aktien sein.

Infografik

Die größten Börsengänge der Welt

Emissionserlöse in Mrd. US$


Steigendes Angebot bei sinkender oder gleichbleibender Nachfrage führt üblicherweise im Markt zu Preissenkungen. Schlechte Nachrichten aus der Branche und verfehlte Quartalsergebnisse bei Branchengrößen wie Groupon oder Zynga haben den Appetit der Anleger auf die Social-Media-Aktien merklich abkühlen lassen. Ein schlechtes Zeichen wäre es auch, wenn Mitarbeiter in großem Stil die Werte ihres Brötchengebers abstoßen. Sie sollten am meisten Vertrauen in die Zukunft und CEO Mark Zuckerberg haben. Im späten Handel am Dienstag lag die Aktie im Vorfeld des kommenden „F-Days“ bei gut 3,5 Prozent im Minus.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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