Aktie bricht ein
Software AG fällt um fast 20 Prozent

Die Software AG bekommt den Zorn der Anleger zu spüren: Nach schwachen Geschätfszahlen bricht die Aktie ein. Der Konzern erlebt den größten Kurssturz seiner Geschichte. Analysten sprechen von einem Paukenschlag.
  • 0

FrankfurtVerzögerungen bei Großaufträgen und der Trend zu Mietsoftware aus dem Internet haben der Software AG einen schweren Rückschlag versetzt. Der Softwarekonzern aus Darmstadt gab am Dienstag überraschend einen Umsatz- und Gewinneinbruch bekannt und kippte seine Jahresprognose. Die Anleger reagierten enttäuscht: Die Aktie brach um mehr als 18 Prozent auf Kurse von gut 20 Euro ein. Vorstandschef Karl-Heinz Streibich kündigte ein Bündel von Maßnahmen an, um aus dem Abwärtsstrudel zu kommen.

Die Software AG hatte sich erst im vergangenen Jahr neu aufgestellt. Vom traditionellen, jedoch absterbenden Geschäft mit Datenbank-Programmen (ETS) will das Unternehmen wegkommen und sich auf Firmen-Software und IT-Dienste verlegen, mit der die immer komplexeren IT-Systeme von Unternehmen integriert werden (BPE). Inzwischen sinkt der Umsatz von ETS aber schneller als er bei BPE wächst, die neue Wachstumssparte entwickelt sich nicht so wie erhofft. Im zweiten Quartal schrumpfte der Erlös mit den Datenbank-Produkten um 26 Prozent auf 56 Millionen Euro, der Umsatz in der Sparte BPE sank um sieben Prozent auf knapp 85 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebita) brach um rund ein Fünftel auf 45 Millionen Euro ein.

Nachdem schon das erste Quartal enttäuschend verlaufen war, musste Streibich den Ausblick für das Gesamtjahr drastisch senken. Der BPE-Umsatz soll stagnieren statt um bis zu 18 Prozent zu wachsen. Die ETS-Erlöse sollen wie zu Jahresbeginn erwartet um maximal 16 Prozent schrumpfen, obwohl sie im ersten Halbjahr um 24 Prozent einbrachen. Ein absolutes Gewinnziel nannte die Software AG nicht mehr, nachdem sie ursprünglich das operative Ergebnis (Ebit) von 260 Millionen Euro im Vorjahr um bis zu sieben Prozent steigern wollte. Nun heißt es, der operative Gewinn solle wie im Vorjahr mindestens 26 Prozent vom - wohl geringeren - Umsatz betragen.

Seite 1:

Software AG fällt um fast 20 Prozent

Seite 2:

Geschäftsmodell muss überdacht werden

Kommentare zu " Aktie bricht ein: Software AG fällt um fast 20 Prozent"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%