Aktie bricht ein
Wincor schockt die Börse

Bei Wincor Nixdorf bleiben die Kunden weg. Der Geldautomatenhersteller verdient deutlich weniger als gedacht. Die Aktionäre sind entsetzt und verkaufen ihre Anteile. Ein Gutes hat der Kursrutsch aber für das Unternehmen.
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FrankfurtDie Anleger wollten zunächst kaum glauben, was ihnen das Wincor Nixdorf heute präsentierte. Alle hatten mit steigenden Gewinnen gerechnet. Stattdessen musste Vorstandschef Eckard Heidloff am Mittwoch einräumen, dass der Überschuss im zweiten Quartal um acht Prozent gesunken ist und nur noch 24 Millionen Euro beträgt.

Entsprechend deutlich fiel die Reaktion der Investoren aus. Die Aktie fiel um bis zu zehn Prozent und fiel deutlich unter 50 Euro.

Auch die Analysten erwischte die Gewinnwarnung auf dem falschen Fuß. Bislang zählte die Aktie des Geldautomatenherstellers zu ihren Lieblingen. Die Kursziele reichten bis 73 Euro. Er sei überrascht von den niedrigeren Jahreszielen - vor allem, dass die Gewinnerwartungen so deutlich gesenkt wurden, sagte Adrian Prehl von Equinet.

Jetzt müssen die Experten ihre Einschätzung überdenken. Yasmin Moschitz von der Commerzbank hatte die Aktie bislang zum Kauf empfohlen. Heute revidierte sie ihr Urteil. Das Unternehmen „habe enttäuschende Ergebnisse vorgelegt“, schrieb die Analystin in einer Studie. Die Gewinnschätzung könnte um bis zu zehn Prozent sinken. Sie werde ihr Kursziel überprüfen. Das neue Urteil lautet bis auf weiteres: halten.

Wincor-Chef Heidloff hatte noch vor wenigen Monaten eine Erholung des europäischen Geschäfts in Aussicht gestellt und die Unternehmensziele bekräftigt. Daraus wird nun nichts. Banken und Handelunternehmen haben im zweiten Quartal weniger Automaten bei Wincor bestellt. Vor allem in Amerika laufen die Geschäfte schlecht. Für das gesamte Jahr rechnet Wincor nur noch mit einem Gewinn, der auf dem Niveau des Vorjahres liegt, im besten Fall leicht darüber. Zuvor war ein Wachstum von acht Prozent angepeilt worden.

Ein Gutes hat der heutige Kursrutsch für das Unternehmen: Die angekündigten Aktienrückkäufe werden dadurch billiger. Wincor will bis zum Ende September rund 1,74 Millionen Aktien zurückkaufen. Derzeit halten die Ostwestfalen 1,57 Millionen eigene Papiere. Damit wird das Unternehmen künftig zehn Prozent der eigenen Anteile halten.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

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