Aktie des Bausoftware-Entwicklers hat sich in den letzten zwei Jahren verelffacht – Hohe Umsatzzuwächse im Ausland: Nemetschek schreibt eine Erfolgsstory

Aktie des Bausoftware-Entwicklers hat sich in den letzten zwei Jahren verelffacht – Hohe Umsatzzuwächse im Ausland
Nemetschek schreibt eine Erfolgsstory

Die Kursentwicklung der Münchener Nemetschek AG gehört zum Beeindruckendsten, was die Deutsche Börse in den vergangenen beiden Jahren zu sehen bekam. Von einem Tiefstkurs von 1,10 Euro, auf den die Aktie im Winter 2003 nach mehreren verlustreichen Jahren gefallen war, hat sich ihr Kurs seither verelffacht.

FRANKFURT/M. Dennoch rät Peter Thilo Hasler von der Hypo-Vereinsbank weiter zum Kauf des Spezialsoftware-Anbieters für die Bauindustrie. Hasler ist seit kurzem der erste Analyst, der die Aktie beobachtet. Zu Zeiten des Neuen Marktes waren es rund ein halbes Dutzend Wertpapierexperten.

Auffällig ist, dass der Aktienkurs seit Anfang Dezember 2004 einen Sprung von 85 Prozent gemacht hat. Da zeichnete sich bereits ab, dass das vierte Quartal sehr viel besser ausfallen würde als vermutet. Dass wurde Anfang Februar auch bestätigt. Außerdem soll ein sehr überzeugender Auftritt des Managements vor zahlreichen Investoren auf dem Frankfurter Eigenkapitalforum Ende November zu dem neuen Interesse geführt haben.

Sein Kursziel von 15 Euro für die Aktie, die derzeit bei 11,40 Euro notiert, bezeichnet Peter-Thilo Hasler indes noch immer als konservativ. Zwei Gründe sind dafür entscheidend: Zum einen verzeichnet die im Jahr 1963 als Ingenieurbüro gegründete Nemetschek AG gerade im Ausland – dort wird rund die Hälfte des Umsatzes erzielt – erhebliche Umsatzzuwächse. Bei über 160 000 Unternehmen in 142 Ländern und in 14 Sprachen ist die Nemetschek-Software im Einsatz. Die nach wie vor lahmende Inlandsnachfrage kann so kompensiert werden.

Zum anderen sind die Produkte des Unternehmens im so genannten „High-end“-Bereich angesiedelt und genießen bei den Kunden höchstes Ansehen. Das liegt unter anderem daran, dass diese im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten den gesamten Bauprozess abdecken. So genannte Softwarebrüche, die gerade dann vorkommen, wenn viele unterschiedliche Parteien an einem Großprojekt beteiligt sind, gibt es damit nicht. „Deswegen kommt die Nemetschek-Software gerade bei den großen Referenzprojekten zum Einsatz“, sagt Peter-Thilo Hasler.

Zu Gute kommt Nemetschek heute auch, dass in den vergangenen Jahren die Bilanz von Altlasten aus den Zeiten des Neuen Marktes bereinigt und die Kosten reduziert wurden. Von ihrem Allzeithoch bei 73,70 Euro, das die Aktie im März 2000 erreicht hat, ist sie zwar noch meilenweit entfernt. Auf der anderen Seite überzeugt die Dividende für das abgelaufene Jahr, bei der Hasler mit 0,45 Euro je Aktie rechnet. Das entspräche derzeit einer Dividendenrendite von knapp vier Prozent. Der Großteil davon dürfte allerdings in die Hände der Familie Nemetschek fallen, die über 69 Prozent der Anteile besitzt.

Ein psychologischer Aspekt dürfte zudem noch eine wesentliche Rolle bei der Kursentwicklung spielen: Noch ist Peter-Thilo Hasler der einzige Analyst, der die Aktie beobachtet. Nach dem jüngsten Kursanstieg dürfte es indes nur eine Frage der Zeit sein, wann der eine oder andere Kollege sich für den Wert interessiert, und damit auch deutlich mehr Investoren auf die Aktie aufmerksam werden.

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