Aktie des Kölner Immobilien-Unternehmens gehört zu den meist gehandelten Werten im SDax
Vivacon baut Kursgewinne immer weiter aus

„Analysten sehen bei Vivacon noch Kurspotenzial“, hieß es vor knapp zwei Jahren an dieser Stelle. Damals hatte die Aktie des Kölner Immobilien-Unternehmens innerhalb weniger Wochen einen Sprung um 50 Prozent auf vier Euro gemacht. Gestern stand sie nun bei 15,65 Euro und viele Analysten sehen immer noch kein Ende des Höhenflugs.

FRANKFURT/M. Seit Dezember ist die Aktie im Kleinwertesegment SDax gelistet. Auf der „Most-Active-Liste“ der Deutschen Börse – hier werden die meist gehandelten Aktien eines Index genannt – steht sie regelmäßig weit oben.

Peter Thilo Hasler von der Hypo-Vereinsbank, der die Aktie seit über zwei Jahren zum Kauf empfiehlt, hat sein Kursziel gerade von 8,75 Euro auf 20 Euro erhöht. „Vivacon ist auf dem Sprung, eine ganz bedeutende Größe im deutschen Immobiliengeschäft zu werden“, sagt Hasler. Wesentlicher Grund dafür ist, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren einen strategischen Wandel durchgemacht hat. Wurde einst ein Mietshaus gekauft, modernisiert und dann im Erbbaurecht wieder verkauft, so war es anschließend eine Siedlung. Nun werden ganze Portfolios an Wohnungen umgeschlagen. In eine neue Umsatzdimension katapultierte Vivacon der Verkauf von 886 Wohnungen an die österreichische Comwert Immobilien Invest AG zum Jahresende. Insgesamt wurden 2004 rund 1 500 Wohnungen in größeren Pakettransaktionen verkauft.

„Wir hatten noch nie so viel vor wie für 2005“, sagt Vivacon-Vorstandschef Marc Leffin. Mit genauen Verkaufszahlen hält er sich aber zurück. Analyst Robert Suckel von SES Research geht jedoch davon aus, dass 2005 rund 3 500 Wohnungen umgeschlagen werden können. „Hier ist auch eine durchaus höhere Zahl vorstellbar“, sagt Suckel, der den fairen Wert der Aktie bei 17,55 Euro ansetzt.

Deswegen ist Vivacon inzwischen auch mit vielen internationalen Banken im Gespräch. Zuletzt finanzierte Lehman Brothers ein Projekt, mit Morgan Stanley und auch mit der niederländischen Spezialbank Kempen laufen Kontakte. Zudem will mindestens eine bedeutende deutsche Privatbank schon bald die Aktie beobachten. „Vivacon ist vergleichbar mit MPC“ erzählt der Analyst dort bereits hinter vorgehaltener Hand. Die Aktie des im MDax gelisteten Finanzdienstleisters zeigte in den vergangenen beiden Jahren eine Performance von über 500 Prozent.

Ob bei Vivacon ähnliches zu erwarten ist, entscheidet in erster Linie das Projektgeschäft. Das ist nach Aussage von Peter Thilo Hasler aber sehr schwierig zu prognostizieren. „In diesem Geschäft muss man wie Vivacon sehr schnell sein, was Kauf, Restrukturierung und Abverkauf betrifft“, heißt es von einem anderen Analysten. Gelingt der Abverkauf wie im Fall des Comwert-Deals innerhalb von zwei Monaten, ist das eine sehr gut Leistung. Wenn es länger als ein halbes Jahr dauert, muss bereits einen Preisabschlag hingenommen werden. Die Sorge, dass es in der Branche zu Kannibalisierungseffekten kommt, ist indes unbegründet: Die nächsten Jahren sollen in Deutschland 4,3 Mill. Wohnungen privatisiert werden.

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