Aktie des Tages

Euphorie für Stada verfliegt

Die Anleger von Stada hoffen nach dem Wahlsieg von CDU und FDP auf eine Wende in der Gesundheitspolitik. Die Spekulationen um eine mögliche Abschaffung der Rabattverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen beflügelte zuletzt die Aktie des Medikamentenherstellers. Doch mit der Rally dürfte bald Schluss sein. Nach einer Herunterstufung rutscht die Aktie tief ins Minus.
  • Larissa Haida
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Arzneimittel-Produktion beim Pharmakonzern Stada in Vilbel: Der Aktienkurs hat sich seit März verdoppelt. Quelle: dpa

Arzneimittel-Produktion beim Pharmakonzern Stada in Vilbel: Der Aktienkurs hat sich seit März verdoppelt.

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Allein am Tag nach der Wahl stieg der Kurs um zwölf Prozent. Zeitweise kostete die Stada-Papiere rund 21 Euro. Nach Einschätzung von Experten dürfte aber bald Schluss sein mit der rasanten Rally. Eine Herunterstufung hat den Kurs am Donnerstag um vier Prozent auf 20 Euro ins Minus gedrückt. Die Analysten der Commerzbank hatten ihre Empfehlung auf "Reduce" von "Hold" gesenkt. Sie begründeten dies damit, dass die Fundamentaldaten keinen weiteren Kursanstieg rechtfertigten.

Zwei Gründe sprechen gegen Stada: Zum einen werde eine Abschaffung der Rabattverträge immer unwahrscheinlicher, heißt es. Zum anderen drücken die Vereinbarungen, wie Versicherte mit Nachahmerpräparaten - den sogenannten Generika - versorgt werden sollen, auf die Gewinnmargen von Stada.

Medikamente verursachen neben den Krankenhausaufenthalten und ambulanten Behandlungen die meisten Kosten im Gesundheitssystem. Allein 2008 stieg dieser Ausgabenposten um 5,3 Prozent auf 29,2 Mrd. Euro. Die Rabattverträge hatten den Preisanstieg bei Generika gebremst. Weil die Finanzierungslücke beim Gesundheitsfonds aber mit 7,5 Mrd. Euro im kommenden Jahr immer größer wird, wächst auch der politische Druck auf die Medikamentenhersteller, die Präparate günstiger anzubieten. "Einen so rasanten Kostenanstieg bei den Arzneimitteln jedenfalls kann kein Gesundheitssystem vertragen", sagt Daniel Wendorff, Analyst bei der Commerzbank.

Martin Brunninger vom Investmenthaus Bryan Garnier & Co. schließt die politische Neuorientierung der künftigen Regierung zugunsten der Generikahersteller sogar gänzlich aus: "Es wird alles beibehalten werden. Die Preise werden sich sogar noch weiter nach unten bewegen", sagt er. Brunninger schätzt, dass bei gleichbleibender Entwicklung der deutsche Markt für Generika bis 2012 unrentabel sein wird.

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