Aktie des Tages
K+S legt kräftig zu

Aktien von K+S zählen heute zu den größten Gewinnern im Dax. Über die Gründe rätseln die Börsianer. Während die einen über einen russischen Investors spekulieren, verweisen die anderen auf Nachrichten eines US-Konkurrenten.
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HB FRANKFURT Aktien des Kali- und Salzherstellers K+S gehören am Dienstag zu den größten Gewinnern im Dax. An der Börse hieß es Spekulationen zufolge, der russische Investor Andrej Melnichenko wolle seinen Anteil von bisher 15,5 Prozent ausbauen und Aktien zukaufen. Zudem profitierten die Papiere von einem optimistischen Ausblick des Wettbewerbers Mosaic. Der Kurs der K+S-Aktie stieg um 2,7 Prozent auf 37,39 Euro.

Die Aktie des Kasseler Unternehmens kostete vor einem Jahr noch 82 Euro, bevor sie ungebremst abrutschte und unter 30 Euro fiel. Zunächst sah es so aus, als könne sich der Kurs erholen, im Frühjahr stieg er auf 55 Euro. Doch dann schockte das Unternehmen die Börse mit einer Gewinnwarnung. Während viele andere Aktien an der Börse in den vergangenen Wochen kräftig zulegten, gelang K+S dies nicht. Kaum eine Aktie auf dem deutschen Markt entwickelte sich in den letzten Monaten schlechter. Auf der anderen Seite heißt das nach Ansicht von Analysten aber auch: Die Aktie könnte noch Nachholbedarf haben und künftig stärker steigen.

Übereinstimmend sagten mehrere Händler und Analysten, dass die Zahlen des US-Düngemittelproduzenten Mosaic zwar schlechter als erwartet ausgefallen seien, der "positive Blick in die Zukunft" aber für Kursgewinne sorge.

"Der US-Konkurrent rechnet eigenen Angaben zufolge damit, dass die Volumina bei den Düngemitteln bis Ende seines Geschäftsjahres 2010, also Ende des zweiten Quartal des kommenden Jahres, wieder zum Normalniveau zurückkehren werden. Diese Aussagen sind damit optimistischer als die der engsten Wettbewerber, und zudem hat Mosaic gesagt, dass die Kali-Volumina im Quartalsvergleich gestiegen sind." Das könnte seiner Meinung nach zu einer positiven Überraschung auch bei K+S führen, wenn der Dax-Konzern am 12. November über sein Geschäft im dritten Quartal berichten wird.

Dagegen warnte Analyst Michael Schäfer von Equinet, dass mit den optimistischen Aussagen von Mosaic über eine Erholung der Volumina noch nichts über Preise gesagt sei. "Wir sind zunehmend skeptisch bezüglich unserer Basispreisannahmen von 350 Euro je Tonne Kalidüngemittel MOP bei K+S im Jahr 2010", sagte er. Equinet habe erst kürzlich geschrieben, dass die MOP-Preise zunächst auf 285 Euro je Tonne sinken dürften, bevor die Nachfrage wieder auf ein attraktives Niveau steige, so Schäfer. Das aber hätte dann Auswirkungen auf das bislang unveränderte Kursziel von K+S von 36 Euro, ergänzte er und bestätigte die Aktie mit "Reduce".

Die Berenberg Bank hat das Kursziel für K+S von 47,00 auf 43,00 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Mit der Übernahme von Morton Salt werde der Rohstoffkonzern zum weltgrößten Salzhersteller, schrieb Analyst Gunnar Cohrs in einer Studie vom Montag. Das Salzgeschäft sei gerade im Winter stark und bewege sich damit gegenläufig zum Kalimarkt, sodass sich die Gewinnsaisonalität reduzieren sollte.

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