Aktie des Tages
Stada setzt Höhenflug fort

Die Aktie von Stada legt kräftig zu. Sie setzt damit ihren Höhenflug fort. Bereits am Tag nach der Bundestagswahl war die Aktie um mehr als zehn Prozent gestiegen. Die Aussicht auf ein Ende der Preisbeschränkungen bei Medikamenten unter einer schwarz-gelben Regierung hatte den Kurs angeschoben. Doch nicht alle Analysten sind überzeugt.
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HB FRANKFURT. Eine Analystenempfehlung treibt die Aktien von Stada um gut fünf Prozent auf 19,78 Euro nach oben. Merrill Lynch hatte die Titel des Arzneimittelherstellers zum Kauf empfohlen und dabei ein Kursziel von 24 Euro ausgegeben.

Das Generikageschäft dürfte den Tiefpunkt hinter sich haben und in Deutschland ab 2010 wieder wachsen, schrieb Jamie Clark von Merrill Lynch in einer Studie. Hauptwachstumstreiber bleibe aber das Russlandgeschäft, das weiter stark wachse. Zudem sei zusätzliches Kostensenkungspotenzial vorhanden, das in den Sparzielen des Unternehmens noch nicht enthalten sei.

Die Generikaumsätze auf dem deutschen Markt dürften laut Clark im kommenden Jahr wieder zum Wachstum zurückkehren. Im laufenden Jahr dürften sie 35 Prozent zum Konzernumsatz beitragen. Als Grund für seine Erwartung nannte der Experte die Niedrig-Kosten-Strategie von Stada, die dem Unternehmen geholfen habe, seinen Marktanteil im zweiten Quartal auf 14 Prozent von zehn Prozent im ersten Jahresviertel zu steigern.

Die Pläne für weitere Kostensenkungen, die Stada im zweiten Quartal angekündigt hatte, sind laut Clark konservativ. Sie stellen weniger als zwei Prozent von Stadas Kostenbasis und er sehe Aufwärtspotenzial für diese Zahl. Er glaubt, dass der Generikahersteller zahlreiche Möglichkeiten habe, die Kosten zu senken, wie etwa eine Zentralisierung von Funktionen.

Gemäß der Einstufung "Buy" geht Merrill Lynch davon aus, dass die Aktie einen Gesamtertrag aus Kursgewinn und Dividende von mindestens 10 Prozent abwerfen wird.

Die Aktien von Stada waren bereits am Tag nach der Bundestagswahl um knapp 12 Prozent gestiegen, der größte Kursanstieg seit Mai. Die Aussicht auf ein mögliches Ende der Preisbeschränkungen bei Medikamenten unter einer schwarz-gelben Regierung hatte Anleger zugreifen lassen. Im Vergleich früheren Höchstständen notiert das Papier allerdings immer noch niedrig; vor anderhalb Jahren lag der Kurs noch bei gut 50 Euro.

Skeptisch beurteilt Daniel Wendorff von der Commerzbank die Perspektiven. Viele der teilnehmenden Unternehmen hätten sich beachtlich widerstandsfähig gegenüber der Rezession gezeigt, schrieb der Analyst in einem Branchenkommentar zu Pharma- und Medizintechnikkonzernen. Gesetzliche Veränderungen im Gesundheitssystem könnten den Druck auf deutsche Krankenhäuser erhöhen.

Zwar glaubt der Experte, dass der Markt für Generika die Talsohle erreichen könnte. Dennoch sei aber mehr Klarheit über gesetzliche Veränderungen im deutschen Gesundheitssystem von Seiten der Regierung nötig, um eine optimistischere Einschätzung für die Titel von Stada zu geben, hieß es. Die Commerzbank beließ ihre Einschätzung für die Aktie auf "Halten" mit einem Kursziel von 17,50 Euro belassen.

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