Aktie gewinnt am ersten Handelstag über 20 Prozent
Gaz de France legt bei Börsendebüt kräftig zu

Der Aktienkurs von Gaz de France (GDF) ist am ersten Handelstag in Paris in der Spitze um fast 23 Prozent auf 28,50 Euro geklettert. Der Börseneinführungspreis lag bei 23,40 Euro je Aktie für institutionelle und 23,20 Euro für private Investoren.

Bloomberg/DJ PARIS. Gemessen am Schlusskurs von Freitag hat der Gaskonzern einen Marktwert von 27,7 Mrd. Euro und ist damit nach Marktkapitalisierung das zwölftgrößte Unternehmen Frankreichs.

Marktteilnehmer werteten das Börsendebüt als Erfolg: „Es war ein guter Preis, das Angebot war begrenzt, und fundamental ist es ein attraktives Geschäft“, sagte Ben Richie, Fondsmanager bei Aberdeen Asset Management in London. „In dem Unternehmen steckt noch viel Wert.“

Die Tranche für institutionelle Investoren war nach Angaben von Finanzminister Thierry Breton 30 mal überzeichnet und auch die Kleinanleger griffen kräftig zu. Insgesamt haben mehr als 3,2 Millionen Private die Aktien von Gaz de France gekauft.

Die den Börsengang begleitenden Banken übten am Freitag ihre Mehrzuteilungsoptionen aus. Sie haben weitere 22,4 Mill. GdF-Aktien erworben, wie das Finanzministerium am Freitag mitteilte. Der Erlös sei somit über 4,5 Mrd. Euro gestiegen. Die Konsortialführung hatten Calyon, eine Tochter von Crédit Agricole, Lazard-Ixis, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lazard und Ixis, sowie Merrill Lynch und Société Générale.

Ohne Mehrzuteilung hat der Börsengang (Initial Public Offering/IPO) des größten französischen Erdgasunternehmens dem Unternehmen rund zwei Mrd. Euro und dem Staat rund 2,5 Mrd. Euro in die Kassen gespült, berichtete Breton. Europas viertgrößter börsennotierter Versorgungskonzern wird mit dem Erlös des IPO den Kauf von Gasfeldern und Energieunternehmen finanzieren. Damit will er seine Position im Wettbewerb mit Konkurrenten wie der deutschen Eon und der italienischen Enel ausbauen. Europäische Versorger expandieren auf dem gesamten Kontinent, um sich eine gute Ausgangsposition zu sichern, ehe die Branche 2007 vollständig für den Wettbewerb geöffnet wird.

Frankreich will mit dem Erlös die Innovationen in der heimischen Industrie fördern und die Staatsverschuldung verringern. Auch nach der Privatisierung – der größten in Frankreich in diesem Jahr – hält der Staat mit 79 Prozent weiterhin die Mehrheit an Gaz de France. Bis zum Jahresende will der Staat auch den Stromkonzern Electricité de France (EDF) und den Kernkraftwerksbauer Areva an die Börse bringen. EDF soll zwischen acht und neun Mrd. Euro einbringen. Im Juni hatte die Platzierung von Aktien der France Télécom bereits 3,4 Mrd. Euro in die französische Staatskasse gespült.

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