Aktie gewinnt kräftig
Befreiungsschlag elektrisiert Commerzbank-Aktionäre

Nach der Ankündigung einer milliardenschweren Kapitalerhöhung steigt die Commerzbank zum größten Gewinner im Dax auf. Einige Aktionäre scheint die Bank auf dem falschen Fuß erwischt zu haben.
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FrankfurtSelten gab es so viel Beifall für ein Unternehmen, das sich frisches Kapital besorgt. Von einem Befreiungsschlag ist die Rede. Und tatsächlich ist es eine Art Befreiung, was die Commerzbank da plant. Die Bank will den Staat loswerden.

Innerhalb von drei Monaten soll der größte Teil der Staatshilfen - 14,3 Milliarden Euro von insgesamt 16,2 Milliarden Euro - zurückgezahlt werden. Der Rest soll bis 2014 getilgt werden. „Wir halten also unser Versprechen, die temporäre Unterstützung des Bundes so schnell wie möglich zurückzuzahlen“, sagte Vorstandschef Martin Blessing.

Nachdem die Höhe und der Zeitplan der Kapitalerhöhung bekannt waren, reagierten die Anleger fast erleichtert. An der Börse legte die Aktie am Mittwoch unter hohen Umsätzen zeitweise mehr als fünf Prozent auf 5,98 Euro zu. Am Nachmittag lag das Papiere bei 5,78 Euro noch 3,3 Prozent im Plus. Die Aktie der Commerzbank war größter Gewinner im Dax.

Normalerweise kommt eine Kapitalerhöhung in dieser Größenordnung bei Altaktionären nicht gut an, weil diese fürchten müssen, dass ihre Anteile verwässert werden. Entsprechende Gerüchte hatten die Aktie in den vergangenen Wochen belastet, sie war auf Monatssicht um rund neun Prozent gefallen.

Mit einer Kapitalerhöhung war am Markt gerechnet worden, allerdings nicht in dieser Höhe. „Die Commerzbank will den Gordischen Knoten mit einem beherzten Schlag zertrennen“, kommentierte Konrad Becker, Bankanalyst bei Merck Finck & Co.

Offenbar sind einige Investoren aber auch auf dem falschen Fuß erwischt worden. Bei der Commerzbank sei der Anteil der Investoren, die auf fallende Kurse gesetzt und die Aktie leer verkauft hätten, relativ groß, sagte ein Börsianer. Sie müssten sich nun wieder mit den Papieren eindecken, bevor die Titel abzüglich der Bezugsrechte für die Kapitalerhöhung gehandelt würden.

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Hoher Verwässerungseffekt

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  • Sie sollten sich für ihre Ausdrucksweise schämen - das ist eine Tonart, wie sie Gaddafi benutzt.

  • "Bei der Commerzbank sei der Anteil der Investoren, die auf fallende Kurse gesetzt und die Aktie leer verkauft hätten, relativ groß, sagte ein Börsianer..."
    Hoffentlich saufen diese Ratten vorher noch ab!

  • Als Zinssatz für den Bail-Out der CoBa durch Steuergelder sind 9% festgelegt. Das macht rund 1,6 Milliarden pro Jahr. In Summe also bis Ende 2011 fast 5 Milliarden.

    Die Commerzbank will aber nur 1,03 Milliarden zahlen, als 'Entschädigung'?

    Das ist eine Unverschämtheit sondergleichen. Herr Schäuble muss hier auf einer deutlich höheren Zahlung bestehen.

    Man sollte übrigens nicht vergessen, dass der CoBa-Deal von seinem Vorgänger Steinbrück und dessen auch heute noch amtierenden Staatssekretären Kampeter und Asmussen so (absichtlich?) dilettantisch formuliert wurde, dass es der CoBa überhaupt erst möglich wurde, sich mit buchhalterischen Tricks vor den Zinsen zu drücken.

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