Aktie gilt als eine der erfolgreichsten Emissionen der vergangenen Jahre
Ausgabe von Genussrechten macht Paragon für Anleger attraktiv

Die Ausgabe von Genussrechten in Höhe von 14,5 Millionen Euro, die der Automobilzulieferer Paragon in der vergangenen Woche bekannt gab, sollte deren Aktienkurs nicht unter Druck setzen, glauben Analysten. Die Aktie wird weiterhin zum Kauf empfohlen.

FRANKFURT/M. „Die Maßnahme ist schließlich nicht überraschend gekommen“, heißt es beispielsweise bei Independent Research. Dort wird die Aktie weiterhin zum Kauf empfohlen. Zwar ist der Paragon-Kurs seit der Bekanntgabe der Maßnahme in der vergangenen Woche leicht nach unten gegangen, dennoch loben die Experten gerade das Potenzial, das durch die gestärkte Kapitalbasis entstehen soll.

Bislang galt die Paragon-Aktie als eine der erfolgreichsten Neuemissionen der vergangenen Jahre. Zu 7,60 Euro im November 2000 ausgegeben, stieg sie zuletzt bis auf einen Höchstkurs von 16,30 Euro, ehe es in den letzten Tagen leicht auf rund 15 Euro bergab ging. Nun stellt sich für die Anleger die Frage, was künftig die höhere Rendite bringt: die Aktie oder das Genussrecht. Den fairen Wert der Aktie sieht Robert Heberger vom Bankhaus Merck Finck & Co. bei 17 Euro, weshalb er die Papiere zum Kauf empfiehlt. Das entspräche nach dem derzeitigen Kursniveau einem Zuwachs von knapp 14 Prozent in den kommenden zwölf Monaten. „In Relation zum Gewinnwachstum ist die Aktie weiterhin günstig“, sagt Heberger. Der Gewinn je Aktie soll in diesem Jahr um etwa 70 Prozent und 2005 um rund 50 Prozent steigen.

Damit würde Paragon selbst in der prosperierenden Branche der Automobilzulieferer eine Ausnahmeposition einnehmen. Das Unternehmen liefert unter anderem Klimasysteme und Bedienelemente an nahezu alle europäischen Hersteller. Die größten Kunden sind Daimler Chrysler und BMW. Neben der Automobilsparte, die zwei Drittel zum Umsatz beisteuert, trägt der Bereich Electronic Solutions, in dem Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik hergestellt werden, den Rest bei.

Deutlich weniger Rendite – nämlich sechs Prozent – erhält der Anleger beim Kauf der Genussrechte. Dafür hat er dabei kein Risiko. Diese Basisvergütung kann bei entsprechendem unternehmerischen Erfolg sogar noch höher ausfallen. Liegt die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 14 und 16 Prozent, kommt noch ein Prozent Erfolgsprämie hinzu. Bei einer Spanne von 16 bis 18 Prozent sind es zwei Prozent und darüber dann drei Prozent. Aktuell liegt die Ebitda-Marge bei 15,5 Prozent. Die Genussrechte werden den Aktionären zum Nennbetrag von 1,20 Euro vom 4. November bis zum 3. Dezember im Verhältnis von 1:3 angeboten. Für eine Paragon-Aktie haben sie also die Möglichkeit, drei Genussrechte zu zeichnen. „Wir erwarten auf Grund der interessanten Verzinsung eine sichere Platzierung der Genussrechte“, heißt es bei Independent Research.

Paragon will mit dem Erlös daraus eine oder mehrere Akquisitionen finanzieren. Sondierungsgespräche soll es laut Paragon-Vorstandschef Klaus Dieter Frers bereits geben. Bei Independent Research rechnet man aber in diesem Jahr nicht mehr mit konkreten Ergebnissen, nachdem Paragon 2004 bereits die Luftgütesensorsparte von Bosch und den Elektronikspezialisten Andreas Haller übernommen hat und nun integrieren muss.

Bei der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen am 4. November erwarten die Analysten keine negativen Überraschungen. Auch Paragon-Vorstand Frers wiegelt ab: „Es ist kaum vorstellbar, dass wir an dem Tag, an dem die Zeichnungsfrist für die Genussrechte beginnt, mit einer Gewinnwarnung an den Markt kommen“.

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