Aktie gilt als überbewertet – Übernahme durch den US-Medienkonzern Viacom verspricht keine zusätzliche Prämie mehr
Experten raten bei Viva zur Vorsicht

Die Spekulationen über eine bevorstehende Übernahme der Viva Media AG durch den US-Konzern Viacom haben der im Kleinwerteindex SDax gelisteten Aktie neuen Antrieb gegeben. In der vergangenen Wochen legte das Papier zeitweise gut zehn Prozent zu. Damit setzte der Titel seine nun schon über ein Jahr andauernde Rally fort. Allein seit Jahresanfang erzielte der Anteilsschein ein Plus von über 90 Prozent. Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht: Die Aktie gilt als überbewertet.

DÜSSELDORF. Denn zumindest fundamental sind die jüngsten Höhenflüge nicht zu rechtfertigen. Das vergangene Jahr schloss die Kölner Gesellschaft mit einem Minus von über 40 Mill. Euro ab. Schuld an dem miserablen Ergebnis waren zum einen die geplatzten Expansionspläne in Europa. Schwerer ins Gewicht fielen jedoch die rückläufigen Einnahmen aus dem Werbegeschäft.

Auch der Start ins neue Jahr fiel nicht besser aus: Bei der Vorlage der Erstquartalszahlen musste der Konzern erneut einen Verlust ausweisen. Nicht nur bei dem TV-Sender Viva lag das Ergebnis unter dem Vorjahresniveau. Die ebenfalls zum Konzern gehörende TV-Produktionsfirma Brainpool, die in ihren Studios neben „TV Total“ auch „Anke Late Night“ aufnimmt, schrieb zwar weiterhin schwarzen Zahlen, verlor gegenüber dem Vorjahr aber deutlich.

Bisher wurden diese Nachrichten an der Börse jedoch ignoriert. Neben der Übernahmephantasie wurde der Kurs von der Hoffnung getragen, dass der Musiksender die Rückkehr in die schwarzen Zahlen schaffen wird, sagen die Analysten. Immerhin hat Finanzvorstand Christian Gisy noch im März verkündet, dass das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) im laufenden Jahr positiv werde.

Die Analysten sehen die Viva-Zukunft allerdings nicht mehr ganz so optimistisch. „Um in die schwarzen Zahlen zu kommen, braucht das Unternehmen deutlichen Rückenwind vom Werbemarkt, und der ist bisher nicht zu erkennen“, sagt Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe.

Sogar die Übernahmephantasie sei mittlerweile im Kurs enthalten, sagt Klaus Schlote, Analyst bei Solventis. Denn die Verhandlungen gelten bereits als so gut wie abgeschlossen. Obwohl Viva offiziell an der „Kein Kommentar“-Politik festhält, wird aus Unternehmenskreisen berichtet, dass sich die Gesellschaft mit Viacom und den Großaktionären Universal Music und Time Warner geeinigt hat und eventuell schon am kommenden Mittwoch eine entsprechende Erklärung abgeben wird.

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