Aktie hat sich wieder erholt und notiert bei 5 Euro
Aufnahme in Prime Standard macht VDN attraktiv

Am Kursrutsch der VDN-Aktie von 18 auf 4 Euro innerhalb eines Jahres hat für Vorstandschef Wolfgang Knop vor allem die Europäische Zentralbank (EZB) Schuld. Die hatte sich bei der Erstausstattung mit Münzrohlingen des Euros schlicht verschätzt und 2001 wesentlich mehr bestellt als benötigt wurden.

FRANKFURT/M. Weil 2002 kein Ersatzbedarf bestand, sank der Umsatz bei den Rohling-Lieferungen der Vereinigten Deutschen Nickelwerke (VDN) um knapp 40 %, die Aktie verlor innerhalb eines Jahres sogar knapp 80 %. „Das konnten wir mit einem verstärkten Engagement auf dem Weltmarkt leider nicht aufholen“, sagte Knop dem Handelsblatt. Hoffnung machte zuletzt indes ein Großauftrag aus Südostasien.

Inzwischen hat sich die Aktie von ihren Tiefstständen erholt und notiert bei rund 5 Euro. Im ersten Quartal kam es zu einer leichten Umsatzsteigerung gegenüber dem Schlussquartal 2002. Ob sich daraus ein positiver Trend für dieses Jahr ableiten lässt, darauf will sich der Vorstandschef auch weiterhin nicht festlegen. Erst 2004 setzt er auf eine anspringende Konjunktur.

Trotzdem rät Jens Jung von Independent Research schon jetzt zum Kauf der Aktie und gibt ein Kursziel von 8,50 Euro aus – gut 70 % über dem aktuellen Kursniveau. „VDN ist inzwischen deutlich breiter aufgestellt“, begründet er seine Einschätzung. Tatsächlich ist der Bereich Payment Systems, zu dem die Herstellung von Münzrohlingen gehört, nur noch drittstärkster Umsatzbringer innerhalb der vier Geschäftsbereiche der VDN-Holding. Den Hauptanteil tragen inzwischen Wohndekor-Produkte wie Tapeten, Folien und Tischdecken bei. Dahinter folgen mit geringem Abstand Halbzeuge aus Nickel und Legierungen. Noch hinter den Münzrohlingen folgen Befestigungssysteme für die Holz verarbeitende Industrie an letzter Stelle.

Für die VDN-Aktie spricht nach Ansicht von Jung deren aktuelle Unterbewertung. Da im vergangenen Jahr ein Gewinn je Aktie von 2,22 Euro erzielt wurde und 2003 mit leicht verbesserten Umsätzen und Erträgen gerechnet wird, sei der Kursrückgang des letzten Jahres deutlich übertrieben. Hinzu kommt das geringe KGV von knapp über fünf für das Jahr 2004 und dass VDN derzeit vieles daransetzt, von Investoren künftig stärker wahrgenommen zu werden. „Wir bündeln als Holding vier Mittelständler und schaffen damit ein Volumen, das uns für den Kapitalmarkt interessant macht“, sagt Knop. Immerhin schaffte VDN so im vergangenen Jahr einen Umsatz von 696 Mill. Euro bei einer Ebit-Marge von 7,5 %.

Für eine breitere Wahrnehmung am Kapitalmarkt soll auch die angestrebte Aufnahme in den Prime Standard der Deutschen Börse zum Jahresende sorgen. Bisher ist VDN im General Standard gelistet und fällt deswegen bei etlichen Investoren und Analysten durchs Raster. Im kommenden Jahr könnte die Aktie wegen ihrer beachtlichen Marktkapitalisierung auch ein Kandidat für den SDax sein, wodurch sich das Interesse schlagartig erhöhen könnte. Bis dahin müsste allerdings das gehandelte Umsatzvolumen der Aktie steigen. Dazu sollen Roadshows bei Investoren beitragen.

Für das Geschäft mit Münzrohlingen erwartet VDN-Chef Knop dann wieder einen größeren Schub, wenn die zehn osteuropäischen Länder, die im Mai kommenden Jahres in die Europäische Union aufgenommen werden, ab 2006 den Euro einführen dürfen. Gegen zu viel Euphorie spricht jedoch, dass das gesamte Bruttosozialprodukt dieser Länder im Moment nur bei sechs Prozent des gesamten Euro-Raums liegt. Die zu erwartende zusätzliche Geldmenge würde sich ebenfalls in dieser Größenordnung bewegen.

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