Aktie hebt ab
Börsianer feiern Air Berlin-Rettung

Wird für Air Berlin mit den Millionen aus Abu Dhabi nun alles gut? Die Anleger meinen, es wird zumindest besser - und greifen bei den Aktien zu. Die Titel springen neun Prozent ins Plus und landen an der SDax-Spitze.
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DüsseldorfDer Einstieg der arabischen Fluggesellschaft Etihad bei Deutschlands zweitgrößter Airline Air Berlin ist am deutschen Aktienmarkt gut angekommen. Die Aktie der Fluggesellschaft kletterte in der Spitze um fast zehn Prozent auf 2,59 Euro und war damit Spitzenreiter im SDax, der 0,3 Prozent im Plus lag. Zum Vergleich: Die Papiere der Deutschen Lufthansa legten im Dax um 0,9 Prozent zu.

Etihad werde ihren Anteil von derzeit 2,99 Prozent in Zuge einer Kapitalerhöhung auf 29,21 Prozent aufstocken, teilte Air Berlin am Montag mit. Etihad werde dabei über 31,5 Millionen neue Aktien für 2,31 Euro - dem Schlusskurs vom Freitag - je Anteilsschein kaufen. Die Araber greifen der angeschlagenen deutschen Fluggesellschaft auch finanziell unter die Arme und wollen Mittel von bis zu 255 Millionen Dollar mit einer Laufzeit bis Ende Dezember 2016 bereitstellen.

Allerdings: Air Berlin steckt nach Jahren schneller Expansion tief in den roten Zahlen und hat einen Schuldenberg von mehr als 600 Millionen Euro angehäuft. Die Air-Berlin-Aktie befindet sich bislang überwiegend im Streubesitz. Zu den größten Aktionären gehören die ESAS Holding, die im Besitz der Sabanci-Familie ist, mit gut 16 Prozent und der Investor Hans-Joachim Knieps mit mehr als sieben Prozent. Die mussten sich damit abfinden, dass sich der Wert der Titel über das Jahr gesehen fast halbierte.

Und mit Geld allein sind die Probleme der gesamten Luftfahrtbranche nicht zu lösen. So hob Deutsche Bank-Analyst Geoff van Klaveren in einer jüngsten Studie (15.12.11) die Ölpreisprognose für die Sorte Brent von 100 auf 115 US-Dollar je Barrel an. Entsprechend reduzierte er die Gewinnprognosen für die europäischen Fluggesellschaften. Air Berlin sei nach wie vor in einer schwierigen Lage: Eine positive Trendwende werde nicht einfach zu erreichen sein, so der Experte.

Sein Kollege Frank Skodzik von der Commerzbank wies zudem auf die schwache Entwicklung der Passagierzahlen im November hin. Allerdings würden die im Rahmen der Restrukturierung angekündigten Kapazitätssenkungen allmählich reflektieren.

Martin Barwitzki
Martin Barwitzki
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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