Aktie im Fokus
Air Berlin: Totgesagte fliegen länger

Vor wenigen Monaten galt die Fluglinie Air Berlin noch als Pleitekandidat. Das vernichtende Urteil eines Analysten: Kursziel Null. Doch der Absturz blieb aus und der Aktienkurs hat sich gefangen. Heute meldet der Airline sogar solide Zahlen.

FRANKFURT. Der Absturz würde kommen. Da waren sich Experten vor wenigen Monaten noch sicher. Sie verwiesen auf die riesigen Schulden, dazu die explodierenden Treibstoffkosten. Air Berlin stehe kurz vor der Pleite, hieß es. Andrew Adams, ein Analyst von Dresdner Kleinwort, brachte seine Bedenken besonders drastisch zum Ausdruck: „Kursziel Null“ lautete sein Urteil für die Aktie der Fluggesellschaft. Daraufhin stürzte der Kurs um zwölf Prozent auf 3,25 Euro.

Nicht einmal ein halbes Jahr ist das jetzt her. Air Berlin fliegt immer noch. Und der Aktienkurs stieg auf rund fünf Euro. Heute meldete die Fluggesellschaft, dass sie im vergangenen Jahr sogar mehr Passagiere befördert hat. Die Zahl der Fluggäste stieg zwar nur um ein Prozent auf etwa 29 Millionen, aber immerhin blieb überhaupt noch ein Plus übrig. Die Verkehrszahlen seien zufriedenstellend ausgefallen, finden die Analysten der WGZ-Bank. Bei der Commerzbank wertet man die "soliden Verkehrszahlen" als Zeichen dafür, dass die Airline auf dem richtigen Weg sei und schon bald wieder profitabel werden könne.

Den Grund für die positive Entwicklung sehen Analysten im neuen Kurs, dem sich das Unternehmen verschrieben hat. Die Phase des aggressiven Wachstums, in der der Mallorca-Flieger durch mehrere Zukäufe (dba, LTU) schnell zur deutschen Nummer zwei hinter Lufthansa aufstieg, ist erst einmal vorbei. Stattdessen setzt Joachim Hunold, Gründer und Chef der Airline, nun auf ein Sparprogramm. Zahlreiche Flugstrecken, darunter das ehrgeizige Projekt einer Direktverbindung nach China, wurden gestrichen.

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