Aktie im Fokus
Aktie von Bilfinger Berger bricht ein

Der Baukonzern Bilfinger Berger hat im vergangenen Jahr prächtig verdient. Daran sollen auch die Aktionäre beteiligt werden, die eine höhere Dividende erhalten. Trotzdem sind Investoren misstrauisch. Die Aktie verzeichnete am heutigen Dienstag zweistellige Verluste.

HB STUTTGART. Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger hat im vergangenen Jahr trotz der sich eingetrübten Konjunktur einen Ergebnissprung verzeichnet. Daran sollen auch die Aktionäre beteiligt werden, die eine höhere Dividende erhalten, wie der Mannheimer Konzern am Dienstag mitteilte. Das boomende Geschäft mit Industriediensten und Gebäudemanagement machte die Talfahrt im angestammten Baugeschäft mehr als wett. Mit vollen Auftragsbüchern im Rücken will Bilfinger Berger nun in diesem Jahr die Ertragskraft im Ingenieur- sowie Hoch- und Industriebau steigern.

"2008 war eines der erfolgreichsten in einer ganzen Reihe von Jahren", zog Vorstandschef Herbert Bodner Bilanz. Der Überschuss kletterte 2008 um 49 Prozent auf 200 Millionen Euro, vor Steuern verdiente der Konzern mit 298 Millionen Euro 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu trugen neben dem Verkauf einer Beteiligung in Frankreich nach Bodners Worten vor allem "Spitzenmargen" im Dienstleistungsgeschäft bei. Die mit zahlreichen Zukäufen zum wichtigsten Standbein aufgebaute Sparte warf allein einen operativen Gewinn von 224 Millionen Euro ab. Angesichts dessen soll die Dividende auf 2,00 von zuvor 1,80 Euro je Aktie aufgestockt werden.

2009 werde der Mannheimer Konzern trotz der Wirtschaftskrise das Ergebnis mindestens auf dem Niveau von 2008 halten, kündigte der Vorstandschef an. Bereinigt um den Verkaufserlös für die französische Tochter Razel sei ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von mindestens 250 Millionen Euro und ein Überschuss von mindestens 140 Millionen Euro zu erwarten.

Die Börse konnte Bilfinger Berger damit jedoch nicht beeindrucken. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Aktien gaben knapp 15 Prozent auf 31,74 Euro nach. Für Unruhe und Verwirrung sorgte am Finanzmarkt ein Zeitungsinterview eines hochrangigen Bilfinger-Berger-Managers, der für 2009 einen Umsatzrückgang in der Sparte Dienstleistungen vorhersagte. "Das stimmt einfach nicht", versicherte Bodner.

Mit einem Auftragsbestand von 10,65 Milliarden Euro starte Bilfinger Berger gut in das Jahr 2009, sagte der Vorstandschef. Das dicke Orderbuch zwinge Bilfinger Berger regelrecht dazu, bei neuen Aufträgen im Baugeschäft wählerisch zu sein. Die Rentabilität im Baugeschäft solle steigen, versprach Bodner. Das Ergebnis der Dienstleistungs-Sparte werde hingegen im laufenden Jahr voraussichtlich sinken, da sich die Industriekunden bei der Auftragsvergabe zögerlicher verhalten könnten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%