Aktie im Fokus
Aktionäre strafen MAN-Aktie ab

Es läuft wieder rund bei MAN. Zumindest auf dem ersten Blick. Der Lastwagen- und Motorenbauer profitiert zwar von der Erholung auf den Weltmärkten und steigerte Gewinn und Umsatz. Anleger haben aber deutlich mehr erwartet. Die Aktie liegt mit deutlichen Verlusten an Ende der Verliererliste im Dax.
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HB FRANKFURT. Läuft bei MAN wieder alles rund? Auf dem ersten Blick schon. Der Nutzfahrzeug- und Dieselmotorenhersteller profitiert von der wiederanziehenden Nachfrage und schraubt vor dem Jahresende seine Erwartungen deutlich nach oben. Nach einem starken dritten Jahresabschnitt rechnet das Münchner Unternehmen für 2010 nun mit einem deutlichen Umsatzplus von rund 20 Prozent. Der Konzern könnte damit bereits in diesem Jahr wieder an das Niveau vor der schweren Wirtschaftskrise anknüpfen.

"Die Kennzahlen von MAN signalisieren, dass die Kurve wieder eindeutig nach oben zeigt", teilte MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen am Donnerstag mit. Die Konjunktur habe sich in den letzten Monaten deutlicher aufgehellt, im Schlussquartal werde sich die gute Entwicklung fortsetzen.

Aktionäre haben derweil eine andere Sicht der Dinge. Nach anfänglichen Gewinnen haben MAN-Papiere deutlich ins Minus gedreht. Die Papiere des Nutzfahrzeug-Herstellers bildeten mit einem Minus von 2,6 Prozent auf 79,01 Euro das Schlusslicht im Dax, nachdem sie in Reaktion auf ein starkes Quartalsergebnis die angehobene Gesamtjahresprognose bis zu 1,1 Prozent zugelegt hatten.

Ein Börsianer bemängelte die geringere Dynamik beim Wachstum des Auftragseingangs im dritten Quartal. Offenbar nähmen einige Anleger dies zum Anlass, um Gewinne mitzunehmen. Im Vergleich zum Konkurrenten Daimler seien die Aktien teuer. MAN haben seit Jahresbeginn rund 50 Prozent und damit fast fünf Mal so stark wie der Dax zugelegt. Daimler notierten rund 90 Minuten vor Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen ein Prozent fester bei 48,11 Euro.

MAN hatte 2009 erheblich unter den Folgen der Krise gelitten und einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent auf rund 12 Milliarden Euro verbucht. Unter anderem dank des boomenden Geschäfts in Brasilien konnten die Münchner in diesem Jahr aber wieder zulegen. Doch auch in Europa gehe es wieder bergauf. "Der europäische Nutzfahrzeugmarkt erholt sich schneller als erwartet", sagte Pachta-Reyhofen, der sich am Nachmittag in einer Telefonkonferenz äußern (14.00) wollte.

In den ersten neun Monaten des Jahres wuchs der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um gut 20 Prozent auf rund 10,5 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente der Konzern 380 Millionen Euro, nach 214 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen 2009. Der operative Gewinn des Unternehmens verdoppelte sich nahezu auf 728 Millionen Euro. Vor allem im dritten Quartal hat MAN kräftig aufgeholt.

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