Aktie im Fokus
Amazon schlägt Apple um Längen

Amazon macht Apple nicht nur mit neuen Produkten Konkurrenz. An der Börse hat der Internethändler den verhassten Konkurrenten längst abgehängt. Wie Anleger vom Kampf der Online-Giganten profitieren.
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FrankfurtDer weltgrößte Onlinehändler Amazon macht sich zunehmend einen Namen als Anbieter von Tablet-Computern. Vor wenigen Tagen stellte Vorstandschef Jeff Bezos die neue Produktlinie der Kindle-Geräte vor, und seitdem klettert der Aktienkurs nahezu unaufhörlich. Für kurze Zeit stand er sogar auf einem neuen Allzeithoch bei knapp 260 Dollar und notiert jetzt bei rund 257 Dollar - das bedeutet ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 300.

Hohe Verkaufszahlen erwartet

Die Analysten zeigten sich begeistert von den neuen Geräten, die im November auf den Markt kommen sollen und zwischen 69 und 599 Dollar kosten. Darunter sind elektronische Lesegeräte wie das "Kindle Paperwhite", dessen Anzeigefeld sich nun auch beleuchten lässt und damit für nächtliche Schmökerstunden geeignet ist, und der Tablet-Computer "Kindle Fire" mit einem Speicherplatz von 32 Gigabyte. Mark Mahaney von Citigroup etwa erwartet "auf kurze und mittlere Sicht Verkaufszahlen im Multimillionen-Bereich, sowohl beim Kindle als auch beim Kindle Fire."

Damit sägt Amazon auch am Stuhl des Tablet-Marktführers Apple. Im zweiten Quartal trugen sieben von zehn verkauften Tablets das Apfel-Logo, wie eine Statistik des Marktforschers IHS iSuppli zeigt. Auf dem zweiten Platz lag Samsung mit seiner Galaxy-Produktlinie. Amazons Kindle folgte mit vier Prozent Marktanteil auf Platz drei. Das Kräfteverhältnis könnte sich schon bald deutlich ändern, erwartet etwa Analyst Michael Gartenberg von Gartner Inc. "Die Produktpräsentation vor ein paar Tagen war weniger eine reine Bekanntgabe als eine Kriegserklärung", sagte Gartenberg der Agentur Bloomberg. "Es ist sonnenklar, dass Amazon jetzt Apple die Kunden abspenstig machen will. Der Punkt ist gekommen, an dem Apple diese Konkurrenz nicht mehr ignorieren kann."

Auch andere Unternehmen müssen sich nun warm anziehen: Durch die preisgünstigen und attraktiven neuen Kindles "wird es für andere Firmen immer schwieriger werden, in den Tablet-Markt einzusteigen", meint Peter Misek von Jefferies & Co. "Angesichts dieser Entwicklung scheint die Entscheidung von Hewlett Packard, durch den Kauf von Palm wieder in den Mobil-Markt einzusteigen, als möglicherweise fruchtloses Unterfangen."

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