Aktie im Fokus Ankündigung von Computer-Uhr zieht Fitbit runter

Ein neues Produkt wird vorgestellt und die Aktie stürzt ab. Das ist der Albtraum vieler Firmenchefs. Beim Fitness-Spezialisten Fitbit ist nun genau das passiert – Investoren zweifeln an der Geschäftsstrategie.
Anleger zweifeln an der Strategie von Fitbit. Quelle: AFP
Tony Gonzalez

Anleger zweifeln an der Strategie von Fitbit.

(Foto: AFP)

Las VegasDer Fitness-Spezialist Fitbit hat nach der Vorstellung einer neuen Computer-Uhr rund ein Fünftel seines Werts verloren. Das Modell „Blaze“ steht für eine strategische Weichenstellung: Damit macht Fitbit deutlich, dass die Firma sich mit eigenen Smartwatches Rivalen wie Apple und Samsung behaupten will statt auf Software zu setzen.

Die auf der Technik-Messe in Las Vegas am Dienstag präsentierte Uhr „Blaze“ hat erstmals für ein Fitbit-Gerät ein farbiges Touchscreen-Display. Mit einem Preis von 229 Euro in Europa ist „Blaze“ deutlich günstiger als die Apple Watch, die im vergangenen Jahr vom Start weg den Spitzenplatz im Geschäft mit Computer-Uhren erobert hatte. Andererseits sind die Funktionen aber vor allem auf Sport und Fitness ausgerichtet und Apps können nicht genutzt werden.

Die Fitbit-Aktie verlor am Dienstag 18 Prozent, im frühen Handel am Mittwoch kam ein Minus von über 3,5 Prozent dazu.

Das wurde 2015 aus 100.000 Euro
Platz 25: Ukrainische Aktien
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Der Konflikt mit den pro-russischen Separatisten im Osten des Landes, aber auch Misswirtschaft hat die Ukraine an den Rand des Staatsbankrotts getrieben. Der Internationale Währungsfonds hält Kiew mit Hilfskrediten über Wasser und fordert im Gegenzug Wirtschafts- und Sozialreformen. Der Leitindex PFTS verlor 2015 mehr als 35 Prozent, gleichzeitig brach die ukrainische Währung Hrywnja ein. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in die Aktien des Leitindex investierte, hat jetzt nur noch 44.950 Euro - also mehr als die Hälfte seines Geldes verloren, so viel wie mit keiner anderen Anlage.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 24: Brasilianische Aktien
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Das südamerikanische Land durchlebt eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Die Inflation ist bereits zweistellig und Volkswirte fürchten, dass Brasiliens Wirtschaft bis 2017 um acht Prozent schrumpfen wird. Die Politik ist durch einen Korruptionsskandal gelähmt. Das belastete auch die Börse deutlich. Der Index Ibovespa verlor zwölf Prozent. Da gleichzeitig der Real gegenüber dem Dollar und dem Euro einbrach, vergrößert sich der Verlust für Euro-Anleger: Von 100.000 Euro bleiben nur 66.200 Euro übrig.

Stand: 29.12.2015, Schlusstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 23: Brentöl
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Der Verfall der Ölpreise – bedingt durch die Wachstumssorgen in den Schwellenländern und die unverändert hohen Fördermengen der Opec – hielt das ganze Jahr an. Kurz vor Weihnachten fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar auf das Elf-Jahrestief von 35,98 Dollar und ist seither nur leicht gestiegen. In Dollar gerechnet liegt der Jahresverlust bei gut 35 Prozent, in Euro sind es 28,16 Prozent. Das heißt: Aus 100.000 Euro wurden 71.850 Euro.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 22: Aktien Griechenland
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Anders als für die nur noch wenigen Besitzer griechischer Anleihen war für die Besitzer griechischer Aktien ein schlechtes Jahr: Fünf Wochen lang war im Sommer die griechische Börse wegen des drohenden Ausscheidens Griechenlands aus dem Euro-Raum geschlossen. Als die Börsen im August wieder öffneten, ging es weiter bergab: Der Leitindex ASE brach in diesem Jahr um 25,37 Prozent ein – von 100.000 Euro blieben Anlegern nur 74.630 Euro übrig.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 21: Magere Schweine
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Nicht nur Öl, Industrierohstoffe und Metalle sind 2015 unter die Räder gekommen, sondern auch die Preise für landwirtschaftliche Produkte. Dazu gehören auch an der Chicago Mercantile Exchange gehandelte Terminkontrakte auf Nutztiere: Der Preis für magere Schweine zum Beispiel fiel hier um 27 Prozent. In Euro gerechnet liegt der Verlust bei 19,34 Prozent. Somit bleiben von 100.000 investierten Euro noch 80.660 Euro übrig.

Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 20: Kaffee
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Auf dem Preis für die schwarzen Bohnen lastet unter anderem der heftige Verlust des brasilianischen Real zum Dollar, da Brasilien das mit Abstand wichtigste Kaffee produzierende und exportierende Land ist. Gleichzeitig sind die Ernteaussichten gut, das erwartete hohe Angebot drückt zusätzlich auf den Preis. In Euro gerechnet fiel der Terminkontrakt für am Chicago Board of Trade gehandelten Kaffee um 19,28 Prozent. Das entspricht bei einer Anlage von 100.000 Euro einem Verlust von 19.280 Euro.

Stand: 29.12.2015, Schlusstand. Quelle: Bloomberg, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 19: US-Junk-Bonds der Energiebranche
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Der Verfall der Öl- und Gaspreise ließ die Ausfälle bei amerikanischen Energieunternehmen mit schwacher Bonität nach oben schnellen. Die Folge: Die Kurse der Junk-Bonds (Schrottanleihen) dieser Unternehmen fielen rasant. In Dollar gerechnet ist ein Verlust von 23,9 Prozent aufgelaufen, in Euro sind es mehr als 15 Prozent. Aus 100.000 Euro sind so bei dieser Anlage nur noch 84.440 Euro geworden.

Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Fitbit ist ein Pionier und Marktführer bei Fitness-Bändern, die unter anderem Schritte und verbrauchte Kalorien zählen. Zugleich sind einige Marktbeobachter aber der Ansicht, dass Fitness-Bänder auf lange Sicht von Computer-Uhren mit ihrer größeren Funktionsvielfalt verdrängt werden. Fitbit lehnt im Gegensatz zu einigen anderen ähnlichen Fitness-Spezialisten die Integration seiner Software in Geräte anderer Anbieter wie die Apple Watch ab und bietet sie nur auf eigenen Geräten an.

Die Anleger machten sich bereits Sorgen wegen der zunehmenden Konkurrenz. So verkauft der chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi ein Fitness-Band für nur 15 Dollar. Zur CES kam noch mehr Wettbewerb dazu. So stellte der französische Anbieter Withings einen Fitness-Tracker mit E-Ink-Display für knapp 70 Euro. Er soll acht Monate mit einer Knopfzellen-Batterie funkionieren. Unterdessen verkauft der Rivale Under Armour den Nutzern gleich ein Paket aus seinen Fitness-Geräten wie Armband und vernetzte Waage zusammen mit einem Service-Abo.

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  • dpa
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