Aktie im Fokus
Anleger reißen sich um Aareal Bank

Die Aareal Bank wird für ihre guten Zahlen an der Börse gefeiert. Der staatlich gestützte Immobilienfinanzierer kommt nach der Krise schneller auf die Beine als die Konkurrenz. Doch der Ausblick bleibt verhalten – auch für die Aktie.
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Frankfurt Solche Nachrichten sind ganz nach dem Geschmack der Anleger: Die Aareal Bank präsentiert überraschend gute Zahlen und blickt zuversichtlich in die Zukunft. Prompt schießt die Aktie mit einem Plus von gut sieben Prozent auf 24,70 Euro am Mittag an die Spitze des MDax. Bereits im vergangenen halben Jahr hatten die Papiere mehr als 50 Prozent zugelegt, in den ersten Wochen des Jahres 2011 stagnierten sie allerdings.

Jetzt lockt das Ergebnis für 2010 neue Käufer an. Nach vorläufigen Zahlen steigerte der Immobilienfinanzierer aus Wiesbaden sein Betriebsergebnis auf 134 Millionen Euro. Weil die Bank in der Finanzkrise beim Soffin um Unterstützung gebeten hatte, müssen von dem Ertrag noch Zinsen an den Rettungsfonds gezahlt werden. Nach Abzug dieser Kosten steht unterm Strich ein Gewinn von 46 Millionen Euro zu Buche – doppelt so viel wie im Vorjahr.

Am 15. Februar 2009 hatte der Finanzierer vorsorglich beim Bankenrettungsfonds 525 Millionen Euro als stille Einlage angefordert, die mit neun Prozent verzinst werden muss, wenn die Bank einen Gewinn erwirtschaftet. Bislang zahlten die Wiesbadener davon 150 Millionen zurück. Wann der Rest folgt, ließ Vorstandschef Wolf Schumacher offen: „Wir haben keinen Zeitdruck.“

Im abgelaufenen Geschäftsjahr profitierte die Aareal vor allem vom anhaltend niedrigen Zinsniveau: Der Zinsüberschuss kletterte um elf Prozent auf 509 Millionen Euro. Zugleich musste die Bank weniger für faule Kredite zur Seite legen: Die Risikovorsorge sank auf 105 (Vorjahr: 150) Millionen Euro. Insgesamt legte das Neugeschäft mit strukturierten Immobilienfinanzierungen auf 6,7 (3,8) Milliarden Euro zu.

Experten werten die Zahlen als Beleg, dass die Aareal Bank die Krise auf den internationalen Immobilienmärkten hinter sich gelassen hat. Die Bank verdient wieder wie in besten Zeiten. „Wir sehen eine ganz klare Bodenbildung auf den gewerblichen Immobilienmärkten“, zog Vorstandschef Wolf Schumacher eine Bilanz des Jahres 2010. Die Transaktionen zögen wieder an, zuverlässige Finanzierer seien gefragt. Nach seinen Worten hilft der Aareal auch, dass sich ehemals starke heimische Konkurrenten – dazu zählt etwa die Commerzbank-Tochter Eurohypo – aus vielen Auslandsmärkten zurückgezogen haben und sich stattdessen auf ihre Sanierung konzentrieren. „Wir stellen fest, dass der Wettbewerb abnimmt.“ Aareal könne deshalb höhere Margen und strengere Kreditbedingungen durchsetzen.

Trotzdem plant Schumacher für das neue Jahr vorsichtig. Das Betriebsergebnis werde zwar weiter steigen, das Neugeschäft dürfte sich aber auf fünf bis sechs Milliarden Euro verlangsamen. Schließlich sei ungewiss, wann der Wettbewerb wieder anziehe.

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