Aktie im Fokus
Arcandor-Aktie klettert kräftig

Die Papiere der beiden Einzelhandelskonzerne Arcandor und Metro verbuchen teilweise deutliche Gewinne. An der Börse kommt Metros Plan, eine „Deutschen Warenhaus AG“ zu formen offenbar sehr gut an.

HB FRANKFURT. Während sich Arcandor-Titel um 6,25 Prozent auf 2,21 Euro verteuerten, gewannen die Titel der Metro 1,84 Prozent auf 33,69 Euro hinzu.

Der Handelskonzern Metro treibt Kreisen zufolge die Bildung einer "Deutschen Warenhaus AG" durch die Zusammenführung der Kaufhof-Warenhäuser mit den Karstadt-Filialen des Konkurrenten voran. Da auch für Arcandor die Zeit dränge, werde Metro wohl schon bald mit der Regierung Gespräche suchen, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montag aus Branchenkreisen. Zuvor hieß es in Medienberichten dass sowohl der Otto Versand als auch METRO an Teilen des angeschlagenen Warenhauskonzerns interessiert sind.

Jurgen Kolb, Analyst bei Cheuvreux, wertet die Pläne für eine Deutsche Warenhaus AG als positiv für beide involvierten Parteien, selbst wenn es im Falle der Metro einen Strategiewechsel bedeute. Kolb wies darauf hin, dass bereits der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff Pläne über einen möglichen Zusammenschluss der beiden Warenhaussparten gesprochen hatte. Middelhoff hatte die potenziellen Synergie-Effekte auf bis zu 400 Millionen Euro beziffert. Kolb bewertet Metro mit "Underperform" und einem Kursziel von 26,00 Euro.

Cedric Lecasble, Analyst bei Kepler, äußerte sich etwas kritischer über die Folgen für Metro. Seiner Meinung nach würde ein Zusammenschluss das Investment-Profil der Metro belasten. Gleichzeitig würde eine Transaktion zwischen dem Handelskonzern und der "fast bankrotten" Arcandor dem Modell etwas Komplexität geben, fügte er hinzu. Lecasble hat eine "Reduce"-Einstufung auf Metro bei einem Kursziel von 25,00 Euro.

"Arcandor nähert sich langsam seinem bitteren Ende", äußerte sich Heino Ruland von Ruland Research kritisch. Die Absichten von Metro, die es auf die Kaufhäuser von Arcandor abgesehen hätten, sind seiner Meinung nach plausibel. Damit würde der Konzern den Wettbewerb im Kaufhaus-Segment beenden. Ähnlich äußerte sich ein weiterer Händler und wertete die Berichte als tendenziell positiv für Arcandor. Für Metro-Aktien seien sie hingegen eher ein Belastungsfaktor, nachdem der Konzern zuvor immer wieder betont hatte, nicht interessiert zu sein.

Die Analysten von Close Brothers Seydler Research verwiesen darauf, dass Metro mit der angebotenen Hilfe verhindert, dass Arcandor Staatshilfe bekommt. Die Experten hatten zwar bereits vor Handelsbeginn eine positive Reaktion des Arcandor-Kurses vorhergesagt, allerdings eingeschränkt, dass das Kursplus ohne ein wirkliches Fundament sei.

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