Aktie im Fokus
Arcandor am Abgrund – Aktie springt nach oben

Der Warenhauskonzern Arcandor kämpft ums Überleben. Aber es gibt einen Funken Hoffnung. Deshalb legt die Aktie heute deutlich zu. An der Börse sind aber auch sehr kritische Stimmen zu hören.

HB FRANKFURT. Arcandor-Aktien steigen um fünf Prozent auf 2,03 Euro. Grund ist die Hoffnung auf mögliche Staatshilfen. Innerhalb der kommenden vier Wochen soll eine Entscheidung fallen.

Der Antrag auf eine Staatsbürgschaft werde von den Hausbanken des Unternehmens voraussichtlich bis zum Ende der kommenden Woche vorgelegt, kündigte Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick an. Bei ersten Vorgesprächen mit den zuständigen Stellen habe man bereits "positive Signale" erhalten.

Die meisten Analysten raten zum Verkauf der Aktie. Sowohl die geplante Beantragung von Staatsbürgschaften als auch die verschobene Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal unterstrichen die schwierige finanzielle Situation, schrieb Thilo Kleibauer von MM Warburg in einer Studie.

In Bezug auf die mögliche Hilfe des Staates giftete ein Händler sogar: "Man kann eigentlich nur hoffen, dass es nicht so kommt und im Zweifel die EU einen Riegel vor diese massive Wettbewerbsverzerrung schiebt." Arcandor gehöre nicht zu den Unternehmen, die durch die Krise in Schwierigkeiten stecken. "Seit Jahren schwelen hier die Probleme mit der Umstrukturierung."

Arcandor-Chef Eick versuchte die Wogen zu glätten. Arcandor sei in den zwei Geschäftsjahren vor dem Stichtag am 1. Juli 2008 weder zahlungsunfähig oder überschuldet gewesen. "Wir hatten Ende September 2007 rund 700 Millionen Euro intaktes Eigenkapital, haben immer alle unsere Rechnungen, Mieten und Gehälter gezahlt", sagte Eick. Zudem sei das Unternehmen als Arbeitgeber von 53 000 Beschäftigten der Handelsbereiche Karstadt und Primondo in Deutschland und Geschäftspartner von 20 000 deutschen Lieferanten und Dienstleistern auch von volkswirtschaftlicher Bedeutung.

Eick hatte im vergangenen Monat eine neue Struktur für den Konzern vorgestellt. Dabei ist unter anderem die Ausgliederung der drei Luxuskaufhäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München vorgesehen. Für die drei Warenhäuser habe man bereits "viele Interessenten", sagte Eick. Den Verkaufsprozess wolle er in Ruhe angehen. "Wir machen keinen Fire-Sale."

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