Aktie im Fokus
Auch der Himmel kann Premiere nicht helfen

Der Bezahlsender Premiere kämpft ums Überleben. Die Aktie hat sich zuletzt nach dem rasanten Kursverfall zwar etwas erholt. Vielmehr dürfte aber nicht zu holen sein. Alles hängt vom Himmelfahrtskommando des Großaktionärs ab.

FRANKFURT. Premiere-Aktionäre sind Kummer gewohnt. Ein Blick auf den Kursverlauf genügt. Zwar hat die Aktie in der vergangenen Handelstagen deutlich zugelegt - auch heute notiert das Papier rund fünf Prozent höher bei gut 2,10 Euro. Aktionäre der ersten Stunde, die beim Börsengang Anfang 2005 je Anteilsschein noch mehr als 20 Euro auf den Tisch legen mussten, wird das aber kaum trösten. Seither geht es stetig bergab mit Aktienkurs und Abo-Zahlen.

Lediglich 2,4 Millionen zahlende Kunden zählte Premiere Ende des ersten Quartals. Das waren noch einmal 28 000 weniger als zum Jahresende. Tendenz weiter fallend. Um profitabel zu arbeiten, braucht der Bezahlsender früheren Angaben zufolge aber mindestens rund drei Millionen Zuschauer. Ein fast unmögliches Unterfangen für den Premiere-Boss Mark Williams.

Noch vor einem Jahr hatte sich das Unternehmen aus Unterföhring die Kundenstatistik schön gerechnet. Von mehr als 3,6 Millionen Zuschauern war seinerzeit die Rede, jedes Geschenk- und Schnupperabo dazu gezählt. Als der Rechentrick aufflog, war das Vertrauen der Anleger dahin; der Aktienkurs stürzte ab. Mittlerweile beschäftigt sich das Münchener Landgericht mit den Rechenmethoden des damaligen Premierechefs Georg Kofler.

Dass der Bezahlsender in absehbarer Zeit tatsächlich 3,6 Millionen Zuschauer zählt, daran glauben die wenigsten; selbst die Analysten sind skeptisch: Laut Finanzdatendienstleister Bloomberg raten nur drei von elf Experten, die das Unternehmen in den vergangenen vier Wochen unter die Lupe genommen haben, jetzt zum Kauf der Aktie; drei sagen "halten", fünf "verkaufen".

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