Aktie im Fokus: Ausblick schwach – SAP-Aktie zieht dennoch an

Aktie im Fokus
Ausblick schwach – SAP-Aktie zieht dennoch an

Die SAP-Aktie legt kräftig zu. Dabei waren die vorgelegten Zahlen der Softwareschmiede nicht einmal besonders gut, der Ausblick fiel eher schwach aus. Offenbar sind die Anleger bescheiden geworden. Sie sind dankbar, wenn zumindest große Enttäuschungen ausbleiben.

HB FRANKFURT. Nach den Zahlen zum vierten Quartal sowie dem Gesamtjahr 2008 hatten die Aktien von SAP am Mittwoch bereits vorbörslich leicht zugelegt. Deutschlands größter Softwarehersteller verzeichnete im vergangenen Jahr dank der Konsolidierung von Business Objects einen deutlichen Umsatzanstieg. Auch der operative Gewinn und das Ergebnis unter dem Strich lagen deutlich höher. Die Zahlen selbst stießen am Markt überwiegend auf positives Echo, der als schwach eingestufte Ausblick dämpfte jedoch die Freude der Börsianer.

Im frühen Handel bestätigte sich das optimistische Bild: SAP-Aktien legten um knapp sechs Prozent auf 27,75 Euro zu, nachdem sie den Xetra-Handel am Vortag auf 26,22 Euro beendet hatten.

"Die Neuigkeiten sind schwer zu beurteilen", sagte ein Börsianer. "Die Sparmaßnahmen und die Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 sind durchaus positiv." Das gezeichnete Szenario für das laufende Jahr klinge allerdings nicht gut.

SAP erwartet für das Geschäftsjahr 2009, dass die bereinigte operative Marge (Non-GAAP) zwischen 24,5 und 25,5 Prozent liegen wird. Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse werden in einer Spanne zwischen dem Vorjahreswert und bis zu einem Prozent unter dem Vorjahreswert erwartet.

Ein Analyst sieht trotz der Reaktion der Börse wenig Grund für Erleichterung auf Seiten der Anleger. "Die Zahlen liegen etwa im Rahmen der Erwartungen, der Ausblick ist aber schwach und enttäuschend", sagte er. Immerhin: Für mittelfristige Investoren bleibe das Geschäftsmodell allerdings gerade im rezessiven Wirtschaftsumfeld attraktiv.

Unicedit-Analyst Knut Woller sprach dagegen in einer ersten Reaktion von soliden Ergebnissen. Der Margenausblick für 2009 könnte die Aktie allerdings belasten. Der Marktkonsens für die operative Marge liege bei 27,7 Prozent. Würden die Restrukturierungskosten herausgerechnet, läge der Ausblick zwar im Rahmen der Erwartungen. Über die Behandlung der Sonderbelastungen dürfte es aber am Markt zu Verunsicherung kommen, sagte er.

Raimo Lenschow von Merrill Lynch sieht SAP auf einem guten Weg. Die eingeleiteten Kostensenkungen seien deutlich erfolgreicher gewesen als von ihm erwartet. Damit habe SAP die Gewinnerwartungen des Marktes im Schlussquartal und im Gesamtjahr übertroffen. Die Unternehmensprognose für 2009 betrachtet er als konservativ. Sie dürfte bei den Marktteilnehmern das Bewusstsein für die schwierigen Zeiten wecken. Die Kosteneinsparungen im vierten Quartal ließen aber eine Fortsetzung des Gewinnwachstums erwarten, glaubt Lenschow. Die Einschätzung für SAP beließ er auf "Buy" mit einem Kursziel von 32,50 Euro. Eine Einschätzung, der sich der Markt zunächst anschloss.

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