Aktie im Fokus
BASF begeistert die Börse

Die Geschäfte von BASF laufen schlecht. Niemand hätte anderes im derzeitigen konjunkturellen Umfeld erwartet. Im Gegenteil: Die Analysten hatten einen viel kräftigeren Einbruch befürchtet. Die Anleger hören das gerne und greifen beherzt zu.

HB FRANKFURT. Die Aktien des Chemikonzerns legen am Morgen kräftig zu; der Kurs klettert um 7,44 Prozent auf 28,59 Euro. Ein starker Nachfrageeinbruch ließ den Chemiekonzern zwar schwach ins neue Jahr starten, bei den Ergebniskennziffern übertrafen die Ludwigshafener die Erwartungen der Analysten aber deutlich. Nur der Umsatz verfehlte die Schätzungen.

Die Commerzbank hat die Einstufung für die Aktien von BASF deshalb auf "Buy" und das Kursziel auf 40,00 Euro belassen. Das Quartalsergebnis habe über seinen und den Markterwartungen gelegen, sagt Analyst Stephan Kippe. Grund seien das überraschend starke Agrarchemie-Geschäft und strikte Einsparungen. Wie erwartet blicke das Management des Chemiekonzerns unverändert pessimistisch in die Zukunft.

Ein Händler sagte: "Bis auf den Umsatz sind alle Daten besser ausgefallen als erwartet und verglichen mit den Konsensschätzungen sehen vor allem die Ergebnisse auf der Gewinnebene wirklich gut aus." Auch der bestätigte Ausblick für das Gesamtjahr "sollte die Aktie stützen". Demnach erwartet das Unternehmen für 2009 trotz der Einbeziehung der Übernahmen von Ciba und Revus Energy einen Umsatzrückgang. Von einem noch deutlicheren Rückgang gehen die Ludwigshafener beim Betriebsergebnis aus. Ein anderer Börsianer zeigte sich von den Zahlen ebenfalls positiv überrascht, bewertete die Unternehmensziele für das Jahr aber als "vorsichtig".

"Die Zahlen sind sehr stark ausgefallen und zeigen, dass BASF inzwischen wie angestrebt weniger zyklisch aufgestellt ist", lobte ein Analyst. Die Aussage des Unternehmens, dass es sehr schwierig geworden sei, die Kapitalkosten zu verdienen, könnte allerdings ein Hinweis auf eine anstehende Dividendensenkung sein.

Der Chemieriese will zudem seine Kapazitäten schneller an der rückläufigen Nachfrage ausrichten. "Zunächst werden wir unsere Anstrengungen verstärken, unsere Kapazitäten noch schneller an die schrumpfenden Märkte anzupassen", sagte Konzernchef Jürgen Hambrecht am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Mannheim. Das bedeute Anlagen zurückzufahren, vorübergehend stillzulegen oder einzumotten. Damit will BASF vermeiden, auf Halde zu produzieren. Derzeit sind Hambrecht zufolge über 4 000 Beschäftigte in Europa an acht Standorten in Kurzarbeit. "Ab 1. Juni kommen voraussichtlich über 3 000 Mitarbeiter weltweit, unter anderem auch am Standort Ludwigshafen, dazu", sagte der Manager.

Hambrecht bekräftigte, weiter alle Optionen für die Geschäfte mit Leder- und Textilchemikalien sowie für das Geschäft mit Styrol-Kunststoffen zu prüfen. Dazu gehöre auch ein kompletter Verkauf.

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